Titelthema: Klosterforschung
Auf den Spuren vergangener Klöster
Text: Dr. Manfred Schneider, Referent für Mittelalterarchäologie und stellvertretender Direktor des Kulturhistorischen Museums der Hansestadt Stralsund
In den beiden historischen Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns existieren bis heute glanzvolle Klosteranlagen, deren baulicher Bestand noch immer beeindruckt. Da viele Anlagen aber durch vollständige Abbrüche, Umbauten und Funktionsveränderungen aus dem Bewusstsein der Bevölkerung und einer interessierten Öffentlichkeit getilgt wurden, bemühen sich Archäologie und archäologische Bauforschung, Verdecktes und Verschüttetes nicht nur dinglich ans Licht zu befördern, sondern auch in das Bewusstsein der Menschen zurückzubringen. Schon im 19. Jh. begann mit Untersuchung der zur Greifswalder Universität gehörenden Klosterruine Eldena die Erforschung von Klosteranlagen. Im 20. Jh. folgten kunsthistorische Nachgrabungen verschwundener Anlagen etwa auf der Insel Hiddensee, in Franzburg, Doberan oder Stolpe an der Peene. Die Prämonstratenserniederlassung Grobe zählt nach den Benediktinern in Stolpe zu den ältesten und landesgeschichtlich wichtigsten monastischen Gründungen in Pommern. Entstanden um die Mitte des 12. Jh. war nach wechselvoller Geschichte und Verlegungen die Erinnerung an den genauen Gründungsort schon im Mittelalter verloren gegangen, während in Stolpe an der Peene noch heute die Ruine des frühesten Steinbaues in Pommern von der romanischen Klosterkirche zeugt. Die Existenz Grobes belegen hingegen lediglich die Schriftquellen und verschiedene, zu vielschichtigen Interpretationen verleitende Flurnamen. Im Süden der heutigen Stadt Usedom konnten auf der Flur »Priesterkamp« durch langjährige Luftbildprospektionen und geomagnetische Messungen deutliche Strukturen einer großräumig umfriedeten Bauanlage ausgemacht werden. Aus dem Alltag und der religiösen Welt eines Frauenkonventes stammen die kulturgeschichtlich bedeutenden Einzelfunde vom Nonnenchor der Klosterkirche der Clarissen in Ribnitz. In Fußbodenhohlräumen unter den Chorstühlen auf der Empore wurde eine Fülle von Kleingegenständen vorreformatorischer Zeit geborgen wie kleine, aus Ästen gebundene Kreuze, Gebetszettel, Andachtsbildchen, Brillen, Püppchen sowie Nähutensilien. Die jahrhundertelange, bodenferne trockene Lagerung hat hier Materialien überliefert, die in herkömmlichen Grabungen kaum erfasst werden. So kann der Ribnitzer Fundkomplex das vergessene religiöse Leben in den Klostergebäuden wieder sichtbar werden lassen. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2003.
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AiD-Lexikon:
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