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Jellingstil

Von: Leoni Hellmayr

Gehört in die typologische Abfolge wikingerzeitlicher Tierstile. Ihnen gemeinsam sind in Flechtwerkornamentik oder pflanzlichem Dekor eingebundene Tierdarstellungen.

Die Tierstile finden sich nicht nur auf Schmuckstücken oder silbertauschierten Waffen, sondern auch auf Runensteinen sowie Gebrauchsgegenständen aus Holz und Leder; ihre Benennung erfolgt nach den jeweiligen Fundorten. Der J. existierte vom Ende des 9. Jh. bis in die zweite Hälfte des 10. Jh. Berühmte Beispiele sind die Runensteine oder der Silberbecher im Königsgrab von Jelling. Charakteristisch für den J. ist der lange bandförmige, eine s-förmige Bewegung beschreibende Körper sowie der mit einem langen Nackenschopf ausgestattete, immer im Profil abgebildete Kopf der Tierdarstellungen; die Extremitäten haben eine untergeordnete Funktion. Zu den wikingerzeitlichen Tierstilen gehören neben dem J. u.a. auch der Mammenstil und der Borrestil.

Buchrezension:
Ein Traum von Rom. Stadtleben im römischen Deutschland

Darmstadt: Theiss-Verlag 2014, 336 S., 420 farb. Abb., 29,95 Euro


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