Titelthema: Salz
Blei und Salz, Gott erhalt's
Text: Susanne Jülich M.A., Institut für Ur- und Frühgeschichte, Ruhr-Uni Bochum
Die im Westfälischen Quellbezirk entlang des Hellwegs austretende Sole wurde bereits während der Eisenzeit in Werl, der westlichen Nachbarstadt Soests, genutzt. Ab Mitte des 6. Jh. n. Chr. ist eine Saline in Soest nachgewiesen, die zumindest bis in das 10. Jh. hinein bestanden hat. Durch eine großflächige Abtragung waren die Befunde aus der Endphase des Betriebs zerstört. Auch der Beginn konnte nicht erfasst werden, sodass nur ein Ausschnitt der gesamten Betriebszeit erhalten ist. Auffälligste Befunde im Salinengelände sind schmale, bis zu 4 m lange Öfen. Sie waren aus zwei Mauern mit Tonplaggen (ungebrannte Tonstücke) konstruiert, die einen Brennkanal bildeten, der sich in eine Richtung verjüngt. Etwa hundert solcher Öfen ließen sich auf einer Fläche von rund 230 qm identifizieren: Ein Hinweis auf die stattliche Größe der Salzproduktion. Fundorte die mit der Soester Saline zeitlich verglichen werden können, sind hierzulande Bad Nauheim ca. 650-900 n. Chr und Bad Hersfeld in karolingisch-ottonischer Zeit. An beiden Orten wurden ebenfalls langschmale Öfen mit Hinweisen auf Bleipfannen nachgewiesen. Reste von Umhegungen der Ofenanlagen wie in Soest fand man auch in der frühmittelalterlichen Saline im englischen Droitwich, Worcestershire. Ebenfalls in England, im County Cheshire, fanden sich die ältesten bekannten bleiernen Salzsiedepfannen Europas aus römischer Zeit. Die bislang dem Mittelalter zugeordnete Technik des Salzsiedens in Metallpfannen scheint demnach einen erheblich frühen Ursprung zu haben als bisher angenommen. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2003.
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