Brennpunkt: Bau der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln
Verbindungen muss man haben
Text: Prof. Dr. Heinz Günter Horn, Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport NRW, Düsseldorf.
In den nächsten acht Jahren wird das Stadtbild Kölns von einem der größten innerstädtischen Bauvorhaben in Europa, dem Bau der Nord-Süd-Stadtbahn bestimmt werden. Für die Archäologen eine Jahrhundertaufgabe, denn sie müssen Eingriffsflächen von der Größe dreier Fußballfelder umfassend dokumentieren und untersuchen. Die Verluste an materiellen Zeugnissen und damit an oft einzigartiger historischer Substanz aus der Römerzeit bzw. dem Mittelalter werden immens und nicht nur für die Kölner besonders schmerzlich sein. Teile der Stadtmauer und des Hafens, verschiedene Stadtquartiere, die nordöstlichen und südlichen Vorstadtbereiche bzw. Gräberfelder der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) sind ebenso betroffen wie die Reste der königlichen und erzbischöflichen Pfalzen östlich und südöstlich des Kölner Domes, der repräsentativen Bürgerhäuser am Alter Markt oder etlicher bedeutender mittelalterlicher Kirchen, Stifte und Klöster in der Südstadt, um nur weniges zu nennen. Am Chlodwigplatz werden auch die gewaltigen Fundamente des frühneuzeitlichen Befestigungswerkes an der Severinstorburg durchschlagen. Der Detailplanung gingen umfassende arch äologische Bestandserhebungen voraus. Für die notwendigen Ausgrabungen wurde ein fachlich qualifizierter Anforderungs- und Leistungskatalog erstellt. Im Zeitplan ist genügend »Luft« und die erforderlichen Mittel werden - wie zu hören - nach dem Verursacherprinzip zur Verfügung stehen. Rahmenbedingungen, die man sich auch anderswo wünschen würde und die getrost Schule machen sollten. In jüngster Zeit war jedoch zu lesen, dass sich das Nord-Süd-Stadtbahn-Projekt erheblich verteuere und nicht zuletzt wegen der auch in Köln prekären städtischen Haushaltslage »abgespeckt« werden müsse. Es ist zu hoffen, dass die günstigen Auspizien für die Kölner Bodendenkmalpflege nunmehr nicht umkippen und sich teilweise oder gar gänzlich in ihr Gegenteil verkehren. Einmalige Chancen würden vertan. Dies sei den Entscheidungsträgern vor Ort gesagt. Dem Römisch-Germanischen Museum, das für die Bodendenkmalpflege im Stadtgebiet Köln verantwortlich zeichnet, und seinen hoffentlich zahlreichen »Hilfstruppen« aber seien bei der Bewältigung der anstehenden Jahrhundertaufgabe viel Glück und Erfolg gewünscht. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 6 / 2003.
– Eine Geschichte des alten Ägypten
Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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