Buchrezension
Cro-Magnon
Brian FaganStuttgart: Konrad Theiss Verlag 2012, 288 S., 16 Farb- u. 35 S/W-Abb., 29,95 Euro
»Cro-Magnon« ist eine exzellent recherchierte Kulturgeschichte des Neandertalers und des anatomisch modernen Menschen von ihren Wurzeln, über das europäische Mittel- und Jungpaläolithikum, bis zum Beginn der neolithischen Revolution. Typisch für einen anglo-amerikanischen Gelehrten ist der halbprosaische Stil seines zwölf Kapitel umfassenden Werkes, was den Text spannend und flüssig lesbar macht. Der Leser taucht im Verlauf in verschiedene Lebenssituationen von Jägern und Sammlern ein, die kennzeichnend für die jeweilige Epoche sein könnten und die in die verschiedenen Themenkomplexe einführen. Fagan versucht auf wissenschaftliche Bezeichnungen so weit wie möglich zu verzichten, um »den Lesefluss nicht zu stören«. Dieser Verzicht gelingt ihm aber nur zum Teil, da er, trotz seines Anspruches einen großen nichtwissenschaftlichen Leserkreis zu erreichen, zwangsläufig auf die Benennungen der Fachtermini und Spezialthemen nicht verzichten kann, die aber durch in den Text eingeschobene Themenkästen erklärt werden. Leider wurde der veraltete und inhaltlich verwirrende Begriff »Cro-Magnon-Mensch« verwendet, den man besser durch die in der heutigen Fachliteratur ausschließlich benutzte Bezeichnung »anatomisch moderner Mensch« ersetzt hätte. Die Übersetzung des Originaltitels »How the Ice Age Gave Birth to the First Modern Humans« ist leider nur unzureichend gelungen, da sie lediglich einen kleinen Teil des Inhalts widerspiegelt.
Jörg Götze
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