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Buchrezension

Die Germanen

Ernst Künzl

Geheimnisvolle Völker aus dem Norden

Stuttgart: Konrad Theiss Verlag 2008, 160 S., 140 farb. Abb., 7 Karten, 34,90 Euro

Ein weiteres Germanenbuch ... ? Ja, und doch ein anderer Ansatz als bei einem Historiker: Der Autor bebildert die spannende germanisch-römische Geschichte mit einer Vielzahl charakteristischer und bedeutender Sachzeugnisse. Diese archäologischen Funde sind es, die hier für die Germanen und ihre Kultur stehen. Die Frage bleibt, warum so viele römische Funde für die germanische Kultur stehen. Und warum ausgerechnet die Externsteine als außerordentlich dubiose Quelle zum Verständnis germanischer Religiosität herangezogen werden, erschließt sich nicht. Charmant ist allerdings die Entscheidung des Autors, das Runenalphabet als älteste germanische Schrift – früheste Zeugnisse stammen aus dem 2. Jh. n. Chr. aus Norddeutschland –, als Leitelement und Signet für seine Kapitel einzusetzen. Zeigt uns doch dieses kulturhistorische Element, wie stark die Wechselwirkungen zwischen römischer und germanischer Kultur waren. Als Katalog zu einer Ausstellung würde sich der Band gerade wegen der kurzen Texte weit besser eignen denn als unabhängiges Einzelwerk. Dazu fehlt zu vieles, was zum Thema »Germanen« zu sagen wäre. In kurzen Texten und auf die starke Wirkung der Bilder bauend, erzählt Künzl von den Anfängen der Germanen bis zum Merowingerreich in der Zeit um 600 n. Chr. Insgesamt ein flotter Überblick und textlich knapp gehaltener Einblick in ein großes Thema.

 

Matthias Knaut


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