Titelthema: Die Helvetier

CH wie Schweiz, Helvetier wie Eidgenossen

Text: Prof. Dr. Felix Müller, Historisches Museum, Bern

Bereits in der Antike werden die Bewohner des schweizerischen Mittellandes vom Rhein bis zum Genfersee als Helvetier bezeichnet. Woher stammt aber das Wissen, dass die Helvetier einst die Schweiz bewohnten? An erster Stelle steht eine viel zitierte (und selten kritisierte) Stelle im Bellum Gallicum von Julius Caesar aus dem Jahre 58 v. Chr.: »Die Helvetier sind ringsum durch natürliche Grenzen eingeengt: Auf der einen Seite durch den sehr breiten und tiefen Rhein, der das Helvetierland von Germanien trennt, auf der anderen Seite durch den sehr hohen Jura, der zwischen dem Sequanerland und Helvetien verläuft, und auf der dritten Seite durch den Genfer See und die Rhone, der die römische Provinz von den Helvetiern trennt.« Zu noch früheren Zeiten sollen die Helvetier nach Tacitus ihre Wohnsitze nördlich des Rheins gehabt haben. Die allererste Erwähnung eines Helvetiers findet sich erstaunlicherweise auf einer in Mantua gefundenen Keramikschale aus dem 3. Jh. v. Chr., die die Inschrift ELUVEITIE (»ich gehöre dem Helvetier«) trägt: Was suchte dieser Helvetier in der etruskischen Stadt am Po und woher kam er wohl? Wenn die Archäologie die historischen Überlieferungen auch nie eindeutig zu bestätigen vermochte, so hat die Intensivierung der Grabungstätigkeit in den Oppida während den letzten vierzig Jahren doch einen erheblichen Zuwachs an Erkenntnissen gebracht. Durch eine neue Gesamtbeurteilung der Wohnstätten und Kommunikationswege lässt sich - jedenfalls für die Westschweiz - erstmals eine Siedlungsgeschichte skizzieren. Auch Aspekte der Religion haben durch aktuelle Synthesenarbeiten einen völlig neuen Stellenwert erhalten, wodurch so altbekannte Fundstellen wie zum Beispiel das 1857 entdeckte La Tène selber unter einem ganz neuen Licht erscheinen. Sprunghaft hat auch die Zahl der spätkeltischen Gräber in den letzten Jahren zugenommen. In stets klareren Konturen lassen sich die ursprünglich keltischen Helvetier in ihrem römischen Umfeld fassen - dies wiederum verstärkt im Westen, wo sich im Umkreis von Avenches-Aventicum eine Kontinuität des Ortes, der Institutionen und der tonangebenden Familien abzeichnet. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2003.

 

 

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