Titelthema: Salz
Das weiße Gold der Ostalpen
Text: Dr. Thomas Stöllner, Fachbereich Montanarchäologie, Deutsches Bergbau-Museum, Bochum
Die Salzgewinnung in den Ostalpen geht bis in das 5. Jt. v. Chr. zurück wie Funde von Steinäxten und Silexklingen an den berühmten Salzorten von Hallstatt und Hallein belegen. Der bergmännische Tiefbergbau setzte dort aber erst viel später ein, nämlich etwa im 13. und 12. Jh. v. Chr. Welch umfassende logistische und wirtschaftliche Konzepte damals bereits verwirklicht wurden, zeigen neue Erkenntnisse aus der österreichischen Salzbergbauzone, dem alpinen Haselgebirge. Nach neuen C14-Untersuchungen setzte der Bergbau im entlegenen Revier von Hallstatt in der späten Mittelbronzezeit bzw. der Spätbronzezeit direkt und ohne erkennbare Vorläufer ein. Aufgrund von Untersuchungen zur Technologie und Chronologie gehen Hallstätter Forscher mittlerweile davon aus, dass der Tiefbergbau mit der technologisch altertümlichen »Nordgruppe« - einem Bergbau im Nordteil der Lagerstätte - begonnen hat. Dort wurde in schrägen Schächten, sog. Abbauschürfen, gegraben, die dem reichen Steinsalz in die Tiefe folgten. Dieses Abbauprinzip steht innerhalb der gesamten Bergbauentwicklung eher vereinzelt, was die Vorläuferrolle des Bergbaues in der Nordgruppe bestätigen könnte. Der Aufstieg des Dürrnberges zum zweiten großen Salzproduzenten der Region erfolgte mit Beginn des 6. Jh. v. Chr. Schon bald scheint er, vor allem zwischen 520 und 350 v. Chr., den älteren Salzort Hallstatt überflügelt zu haben. Entscheidenden Einfluss dürfte hierbei die günstige Lage des Dürrnberges am Fernhandelsweg »Salzachtal« gehabt haben, was eine bessere Versorgung der Bergwerke ermöglichte. Insgesamt sind am Dürrnberg bis heute 12 Bergwerke unterschiedlicher Zeitstellung und Größe belegt. Die Abbaumethode war mit dem älteren Ostgruppenbergbau in Hallstatt verwandt, aber deutlich weiter entwickelt wie etwa die Verwendung von Eisen- statt Bronzewerkzeugen zeigt. Die Untersuchungen zu den Bergbaukomplexen Hallstatt und Dürrnberg belegen für damalige Zeiten erstaunliche Arbeitsleistungen, weitsichtige logistische Versorgungskonzepte und eine komplexe Arbeitsorganisation. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2003.
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