Denkmal: Funkenburg

Germanische Trutzburg

Text: Petra Hellner, Journalistin, Thüringer Allgemeine Zeitung.

Schon längst kein Geheimtipp mehr ist das Archäologische Freilichtmuseum Funkenburg im kleinen thüringischen Dorf Westgreußen. Basierend auf Ausgrabungsergebnissen der 1970er-Jahre wurden hier Wohn- und Arbeitshäuser, Speicherbauten, Backöfen sowie Befestigungsanlagen einer germanischen Wehrsiedlung rekonstruiert. Lassen Sie sich bei einem Rundgang durch die Anlage 2000 Jahre zurück in die Vergangenheit versetzten. Im Zentrum der Burganlage steht das Pfostenhaus, einst Sitz des Germanen-Häuptlings. Hier sowie auf dem großen vorgelagerten Platz wurden Volksversammlungen und Beratungen abgehalten. Vermutlich hat man hier auch kultische Handlungen durchgeführt. Die mit unterschiedlichen Pfostenkonstruktionen erbauten Grubenhäuser geben Einblick in das tägliche Leben der Familien. Ein Haus bot ungefähr acht bis zehn Menschen Platz. Von entscheidender Bedeutung war die richtige Lagerung und Aufbewahrung von Vorräten, besonders Lebensmitteln. Im Funkenburgareal ist ein auf Stelzen stehender Speicher rekonstruiert. In solchen Bauten wurde vor allem Getreide gelagert. Die Konstruktion ist einfach, aber genial: Luftdurchlässige Flechtwände sorgten dafür, dass die Vorräte trocken blieben und die erhöhte Lage schützte vor Nagetieren. Im ebenfalls wieder aufgebauten Grubenspeicher konnten Lebensmittel kühl gelagert werden und zwar durchaus so, wie wir es von unseren heutigen Kühlschränken gewohnt sind. Lebendige Einblicke in den Alltag der germanischen Bewohner geben die vielen museumspädagogischen Angebote. Neben dem Arbeiten mit Ton kann etwa das Knüpfen von Fischernetzen und Spinnen mit einer Handspindel probiert werden. Auch Bogenschießen, Brettchenweben und Backen im Lehmofen stehen auf dem Programm. Eine nachgebaute keltische Drehmühle lässt die Mühen beim Zerschroten von Getreidekörnern für Brei und Fladenbrot nachempfinden. Auf einem Teil des Geländes werden prähistorische Wildkräuter, Getreide und Feldfrüchte, vom Einkorn über Emmer, Dinkel bis zur Hirse und Ackerbohne versuchsweise angebaut. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2004.

Buchrezension:
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– Eine Geschichte des alten Ägypten

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