Denkmal: Marienkirche Frankfurt/Oder
Suche nach Vergangenheit
Text: Blandine Wittkopp M.A., Berlin
Die seit Kriegsende nur noch als Ruine erhaltene Marienkirche in Frankfurt/Oder gehört zu den räumlich größten mittelalterlichen Backsteinkirchen der Mark Brandenburg. Lange Zeit galt ein in den 60er-Jahren belegter Vorgängerbau aus dem 13. Jh. als ältester Bau unter der Stadtkirche. Kürzlich durchgeführte archäologische Untersuchungen erbrachten nun jedoch neue, bislang unbekannte Gebäudebefunde. Nach Ausweis der neuen Grabungen hat die so genannte »Marienkirche I« mindestens einen weiteren Vorgängerbau. So konnte nach den bauhistorischen und archäologischen Befunden eine etwas kürzere Kirche aus Feld- und Backstein rekonstruiert werden, deren ehemaliger Westabschluss in der jetzigen Turmostwand liegt. Es handelt sich um einen dreischiffigen Bau, vermutlich eine Basilika, mit abgesetztem, zum Langhaus hin offenen Westbau und Querschiff, der spätestens um die Mitte des 13. Jh. entstand. Im Fundamentgraben des nun festgestellten, älteren Baus, der auch über eine geringfügig andere Ausrichtung als die spätere dreischiffige Halle verfügte, wurden neben Keramik aus der 1. Hälfte des 13. Jh. auch menschliche Knochenfragmente gefunden. Ältere, überschnittene Strukturen sind sehr wahrscheinlich als Grabgruben zu deuten. Dies weist auf einen noch älteren Friedhof und indirekt auch einen zugehörigen kleineren Kirchenbau hin, der mit Sicherheit in die Zeit vor 1253 zurückreicht. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2003.
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