Denkmal: Römerkastell Saalburg
»Manch Heldenherz ward hier zu Staub«
Text: Karen Allihn, freie Redakteurin, Frankfurt/M.
Zunächst eine Erdschanze für 100 Soldaten, entwickelte sich die Saalburg im Laufe von zwei Jahrhunderten zu einem bedeutenden Limes-Stützpunkt der Eroberer. Vor den Toren der 3,2 ha großen Anlage, in die um 135 n.Chr. 500 Soldaten der 2. Raeterkohorte verlegt wurden, entstand ein Kastelldorf, der so genannte vicus, in dem sich Handwerker, Händler und Gastwirte ansiedelten. An der porta praetoria grüßt mit imperialer Geste Antoninus Pius (138-161 n.Chr.) den eintretenden Gast. Die hinter der Bronzestatue des Kaisers angebrachte Inschrift erzählt von der Wilhelminischen Geschichte der Saalburg, nämlich dass Kaiser »Wilhelm II. ... das Kastell ... wieder aufgebaut hat«. Wie der Alltag des Militärs aussah, lässt sich im rekonstruierten Contubernium (einer Soldatenunterkunft) erahnen. Wie er schmeckte, erfahren die Gäste anhand römischer Speisen (z.B. Kräuterkäse Moretum) und Getränke (z.B. Gewürzwein Mulsum) im antiken Ambiente der »Taberna«. In der Nähe des Kastells lohnen ein Mithras-Heiligtum, ein Nymphenweiher, ein Gräberhaus und die Kopie der Mainzer Jupiter-Säule einen Besuch; immer wieder lädt die Saalburg auch zu Sonderausstellungen, Römertagen oder Aktionen experimenteller Archäologie ein. Trotz laufender Umbauten ist die Saalburg - Station auch am Taunus-Lehrpfad, am Limes-Radweg und an der Deutschen Limes-Straße - nach wie vor ein Magnet für etwa 160 000 Besucher im Jahr. Doch wehe dem, der angesichts offener Baugruben meint, eine private Sammlung antiker Preziosen anlegen zu können! Er sei vor dem ebenso wortgewaltigen wie gewalttätigen Geist eines römischen Legionärs gewarnt, der der Sage nach auf der Saalburg umgeht und Stein- und Baumfrevlern das Handwerk legt: »Was stört dein frevelhaftes Thun / die Todten, die da friedlich ruhn? / Manch Heldenherz ward hier zu Staub / Drum wehe, wehe jedem Raub! / Denn ich, als Wächter hingestellt, / Behüte ewig dieses Feld!« (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.
– Eine Geschichte des alten Ägypten
Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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