Denkmal: Schloss Horst

Ein Haus im Wandel der Zeit

Text: Dr. Hans-Werner Peine, Leiter Fachreferat Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, Westfälisches Museum für Archäologie, Landesmuseum und Amt für Bodendenkmalpflege

Die Geschichte des Hauses Horst im Emscherbruch beginnt bereits um 1200 mit Gerhard von der Horst, der auf altem Hofareal eine Burg errichtet, in dem er einen Wassergraben ausheben und mit dem Aushub einen nach Westen abgestuften Hügel aufwerfen lässt. 1547 wurde Rütger von der Horst (1519-1582) durch Erbteilung alleiniger Burgbesitzer. Nachdem diese im Frühjahr 1554 durch eine Feuers­brunst zerstört worden war, ließ Rütger, dessen gesellschaftlicher Aufstieg im Dienste seines Landesherrn, des kölnischen Kurfürsten, einen repräsentativen Wohnsitz erforderte, eines der frühesten und prachtvollsten Renaissanceschlösser Deutschlands bauen. Da das Schloss im Bereich des Wassergrabens der alten Burg errichtet wurde, befand es sich statisch auf unsicherem Baugrund, was schon bald zu Bauschäden führte. Im Zuge der Ausgrabungen konnte erstmalig der vollständige Grundriss des Schlosses erfasst werden. Das Fundgut der Grabungen vermittelt ein Bild prächtiger Hofhaltung. Besteck aus Silber und Elfenbein, kostbare Gefäße aus geschnittenem Stein, Luxusgläser venezianischer Art, Trink- und Schenkgefäße aus Steinzeug, stellen einen der umfangreichsten und qualitätvollsten Komplexe renaissancezeitlichen Tafelgeschirrs dar, der je in Deutschland geborgen werden konnte. Auch konnte sich Rütger dem Bann der Alchemie nicht entziehen und unterhielt ein entsprechendes Laboratorium, Zeichen geistigen und kulturellen Lebens am Hofe. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2003.

 

Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich

 

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