Denkmal: Slawenburg Raddusch

»Rekultivierung« eines Bodendenkmals

Text: Helmut Caspar, Journalist, Berlin

Der Braunkohletagebau hat seit dem 19. Jh. das südliche Brandenburg nachhaltig verändert. Viele Menschen wurden umgesiedelt, ganze Dörfer sind verschwunden. Im Wettlauf mit den Baggern haben Bodendenkmalpfleger das Gebiet untersucht. Die Ergebnisse dreißigjähriger Braunkohlenarchäologie in der Niederlausitz sind nun in einem neuen Dokumentationszentrum zu sehen, das am Ort der ehemaligen Slawenburg Raddusch errichtet wurde. Bei der Anlage handelt es sich nicht um die Rekonstruktion der über 1000 Jahre alten vom Stamm der Lusizi errichteten Fluchtburg aus Holz und Erdreich, sondern um eine nach Plänen des Cottbuser Architekturbüros Sasse und Partner in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum geschaffene architektonische Adaption. Sie besteht aus Beton, ist innen hohl und mit Holzstämmen und Lehm verkleidet. Der Rundwall mit einem Außendurchmesser von 58 Metern umschließt eine Fläche von 1000 Quadratmetern. Über eine Metalltreppe gelangt man auf den Umgang, von wo man eine gute Aussicht auf die früher bewaldete, jetzt ziemlich kahle Gegend hat. Ein Wassergraben rund um die Burg betont den wehrhaften Charakter der monumentalen Anlage. Im Innern des Rundwalls dokumentiert eine 600 qm große Ausstellung Baugeschichte und Historie der Anlage. Das gotische Portal der im Zusammenhang mit dem Braunkohlentagebau abgerissenen Kirche von Wolkenberg erinnert an die ehemals reiche Baugeschichte der Lausitz. In der Mitte der Schau ist als Symbol für die Eingriffe des Braunkohletagebaus in die Kulturlandschaft ein Teil eines Schaufelradbaggers aufgebaut. Breiten Raum in der Dokumentation nimmt die von der Bronzezeit bis in die ältere Eisenzeit (ca. 1500 bis 500 v. Chr.) datierende Lausitzer Kultur ein. Verglaste Bodeneinschnitte gewähren einen Blick auf Rekonstruktionen von Gräbern und zeigen die Vielfalt der zumeist keramischen Grabbeigaben. Seit ihrer Eröffnung im Mai diesen Jahres verzeichnet die Slawenburg ein ständig wachsendes Besucherinteresse, bester Lohn für die Mühen um die Wiedergeburt eines einzigartigen Geschichtszeugnisses. Ihre ganze Monumentalität wird erkennbar sein, wenn die brandenburgischen Archäologen auch die Vorburgsiedlung erforscht und rekonstruiert haben. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 5 / 2003.

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