Denkmal: Wanddekorationen in der CUT untersucht

Von Kentauren und Adlern

Text: Harald Polenz, Journalist, Essen.

Im Hafenviertel auf der Insula 37 in Xanten wurde bei Ausgrabungen 1991 eine abgebrannte Malerwerkstatt aus dem späten 1. Jh. n.Chr. entdeckt. Zeugnisse der Künstler fanden sich im gesamten Stadtgebiet. Nach jahrelangen Untersuchungen und Rekonstruktionsarbeiten konnte nun eine Studie über die umfangreichen Wanddekorationen in der einstigen Römerstadt Colonia Ulpia Traiana vorgelegt werden. Der wohl umfangreichste zusammenhängende Wandmalereikomplex, die so genannte »Adler-Globen-Wand« lag im hinteren Teil eines Hauses des Handwerkerviertels unmittelbar westlich des Capitols als antike Grubenverfüllung. Er wird in die flavische Zeit bis zum Beginn des 2. Jh. n. Chr. datiert. Als sich im Verlauf der Rekonstruktion die Teile zu einem erkennbaren Ganzen fügten, gingen den Wissenschaftler die Augen über. Nereiden und Seewesen symbolisieren das Meer, Giganten die Erde und Adler die Luft. In einem schmalen grünen Sockelstreifen stehen in den Felderecken Bäume. Sie rahmen je ein springendes bzw. laufendes Tier, etwa Hirsche, Antilopen oder auch Tiger ein. Den Boden nach Beute absuchende Wasservögel zwischen üppiger Vegetation führen den Betrachter in ein ländliches Idyll. Die Bildthemen der Adler-Giganten-Wand umfassen alle Lebensbereiche der Welt und zeigen damit auch den Reichtum und allgemeinen Wohlstand des Hausbesitzers an. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 6 / 2003.

Buchrezension:
Die Römer im Rhein-Main-Gebiet

Stuttgart: Theiss Verlag 2011, 224 S., 46 S/W-Abb., 24,95 Euro


AiD-Lexikon:
Homo antecessor

(lat. antecessor: Vorgänger): Die Datierung, die ihn zum frühesten bekannten menschlichen Bewohner...

Habelt