Titelthema: Hausbau in Norddeutschland

Die Kunst ein Haus zu bauen

Text: Dr. Frank Andraschko, Agil-Büro für angewandte Archäologie, Reppenstedt

Römische Villen, Straßen und Bürgersteige beeindrucken die Besucher Pompejis; in thebanischen Tempeln kann man die ganze Größe altägyptischer Kultur auf sich wirken lassen. Vor- und frühgeschichtliche Hausreste im nördlichen Mitteleuropa sind dagegen meist nur in Ansätzen erhalten, ihre Grundrisse oft erst nach sorgfältiger Ausgrabungsarbeit zu erkennen. Überreste von Wandkonstruktionen und Dächern sowie Hinweise zur Innenraumaufteilung gibt es kaum. Diese Informationen sind meist nur über Rekonstruktionen und Modelle zu erschließen. Beim Aufbau und Gebrauch von Hausmodellen lassen sich besonders technisch-experimentelle Fragen klären: Wieviel und welches Holz wird benötigt? Wie lange braucht man zum Bau des Hauses beim Einsatz von Steinbeilen? Wie wird das Dach konstruiert? Solche Überlegungen standen auch bei der Rekonstruktion eines Hausmodells der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur im Archäologisch-ökologischen Zentrum Albersdorf (AiD 4/02, 6f.) im Mittelpunkt. Grundlage war der Ausgrabungsbefund aus Flögeln, Kr. Cuxhaven. Solche Modelle wie des jungsteinzeitlichen Hauses von Flögeln werden inzwischen zur musealen Präsentation, didaktischen Vermittlung und für den Tourismus benutzt. Dabei ist die Gefahr einer sehr einprägsamen und emotionalen Aufnahme des Dargestellen durch die Besucher als etwas »Originales« immer vorhanden. Rekonstruktionsversuche und Hausmodelle bieten aber eine ideale populärwissenschaftliche Basis für die öffentliche Präsentation archäologischer Forschungsergebnisse und erfreuen sich inzwischen eines großen Interesses. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.

Buchrezension:
Mumien, Tempel, Pharaonen

– Eine Geschichte des alten Ägypten

Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...


AiD-Lexikon:
Ethnogenese

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