Titelthema: Hausbau in Norddeutschland

Ein Haus für Mensch und Tier

Text: Dr. Erwin Strahl, Nieders. Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven

Die älteste bislang aus der deutschen Marsch bekannte Siedlung lag an der Unterweser nördlich von Bremen. In der jüngeren Bronzezeit errichteten Bauern hier ein dreischiffiges Wohn-Stall-Haus mit Umzäunung. Von der mehrfach umgebauten Anlage haben sich fast 2000 Pfosten im Boden erhalten. Nach 14C-Datierungen von Pfosten wurde das dreischiffige Gebäude, in dem Mensch und Vieh unter einem Dach zusammen lebten, im 10./9. Jh. v. Chr., also in der jüngeren Bronzezeit, errichtet. Als Baumaterial hat man für das zweimal umgebaute Haus fast ausschließlich Erlenholz aus dem nahe gelegenen Auenwald der Weser verwendet. Zwei Reihen eingegrabener Innenpfosten begrenzten das breite Mittelschiff und trugen das mit Schilf gedeckte Walmdach. Sie waren unten stumpf, um ein Einsinken des über 5 m hohen Gebäudes unter der Last des tief herunterreichenden Daches zu verhindern. Alle anderen Pfosten wurden angespitzt und in den Boden eingerammt. Zwischen den Wandpfosten dürfte mit dem tonigen Marschenboden verputztes Flechtwerk gewesen sein, von dem sich aber nichts erhalten hat. Vermutlich wurde die Wand zusätzlich außen durch Schilf geschützt. Der Stall im Osten des Hauses wies zwei Reihen von Einzelboxen entlang der beiden Längswände auf. Durch den Ausbau kamen ein großer Raum und jeweils zwei weitere Boxen auf jeder Längsseite hinzu. Insgesamt gab es maximal zwanzig Viehboxen. Als Einstreu wurde Schilf benutzt.(...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.

Buchrezension:
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