Einzelhefte

Titelthema: Urnenfelderkultur

In der spätesten Bronzezeit (ca. 1300–800 v.Chr.) hat sich im südlichen Mitteleuropa die Urnenfelderkultur entwickelt. Ihr Name leitet sich von der damals dominierenden Grabform ab. Trotz regionaler Unterschiede, was Anlage und Ausstattung der Gräber anbelangt, lassen sich vom Pariser Becken bis ins Karpatenbecken und zur unteren Donau viele Ähnlichkeiten im Umgang mit den Toten erkennen. Ebenso war diese Epoche allgemein eine Phase zahlreicher Neuerungen und Veränderungen: Das Siedlungswesen hat sich gewandelt, überregionaler Handel entwickelt und soziale Differenzierung etabliert. Wir fassen die neuesten Erkenntnisse zusammen.


Titelthema: Die Bajuwaren

Erst Anfang des 6. Jh. werden die frühmittelalterlichen Bajuwaren schriftlich erwähnt. Eine geschlossene Einwanderung scheint demnach unwahrscheinlich. Vielmehr gehen Forscher von einem multiethnischen Entstehungsprozess aus, der nach Ende der römischen Herrschaft Mitte des 5. Jh. eingesetzt und bis zur Etablierung des bajuwarischen Herzogtums im Merowingerreich Mitte des 6. Jh. angedauert hat. Interessant sind naturwissenschaftliche Untersuchungen von deformierten Schädeln eines kleinen Teils der weiblichen Bevölkerung im späten 5. und 6. Jh. oder Pestnachweise Mitte des 6. Jh. Im Titelthema berichten wir über den aktuellen Stand der Bajuwaren-Forschung.

Titelthema: Antike im Mittelalter

Erst die Humanisten unterschieden zwischen Antike und Mittelalter. Doch tatsächlich gibt es Kontinuitäten zwischen den Epochen und somit eine Antike im Mittelalter. Die Reihengräberfelder der Merowingerzeit hatten ihren Ursprung in der Peripherie des spätantiken Imperiums. Römische Überlieferungen prägten die Bezeichnung spätantiker »Stämme«, die sich heute oft als römische Militärkontingente statt als Ursprünge frühmittelalterlicher »Völker« herausstellen. Antike Straßen und Gebäude waren im Mittelalter weiter in Verwendung und häufig wusste man sogar um deren imperiale Vergangenheit, die man als solche erhalten, nutzen und instrumentalisieren konnte.

Titelthema: Faszination Unter Wasser

 

Unterwasserarchäologie fasziniert - den einen deshalb, weil die Zeugnisse heute nur schwer zugänglich unter Wasser liegen, den anderen wegen des immensen technischen Aufwandes, der zu ihrer Erforschung betrieben wird. Es sind Unterwasserarchäologinnen und -archäologen, die unter besonderen Bedingungen tätig sind. Und ihr Einsatz lohnt sich angesichts dessen, was sich unter Wasser an Erkenntnismöglichkeiten bietet. In unserem Titelthema berichten wir über Siedlungen auf dem Meeresgrund, über versunkene und wiederentdeckte Schiffswracks und schließlich auch über die Notwendigkeit, unser kulturelles Erbe unter Wasser für die Menschheit zu schützen.

 

 

Titelthema: Kinder in der Archäologie

Kinder und Heranwachsende stellten in urgeschichtlichen Gesellschaften die demografische Mehrheit. Doch die Archäologie zeichnet eine »Welt der Erwachsenen«, in der dem gesellschaftlichen Nachwuchs nur eine höchst marginale Rolle eingeräumt wird. Wie prähistorische, antike und mittelalterliche Gesellschaften mit Kindern umgingen, ist erst in der neueren Forschung zum Thema geworden. Verbreitet sind noch immer romantische und emotionale Idealisierungen, wie eine simple Gegenüberstellung von Kindern und Erwachsenen. Dabei zeigen gerade biologische Altersbestimmungen indirekt, wie sehr die Altersgruppe zugleich einer sozialen Rolle entspricht. Im Titelthema suchen wir nach kindlichen Spuren im archäologischen Befund und versuchen, diese korrekt zu deuten.


Titelthema: Die Sueben

Bei den meisten Lesern weckt der Namen »Sueben« vermutlich die Assoziation mit den Schwaben. Dies ist jedoch nur das Ende einer langen, oft verworrenen und wechselhaften Geschichte, für die es lediglich Beschreibungen durch Außenstehende gibt. Caesar erwähnt die Sueben in seinen Berichten über die Gallischen Kriege, widmet ihnen sogar einen gesonderten Exkurs. Doch wie sich dieser »Stamm« oder Verband zuvor entwickelt hatte, bleibt unklar. Für Caesar war ihre enorme geografische Verbreitung bemerkenswert und einzigartig. Seit dem 5. Jh., im Zuge ihrer erfolgreichen Reichsgründung im heutigen Portugal, existieren schriftliche Selbstzeugnisse der unterschiedlichen Gruppen, die den Sueben-Namen führten - allerdings nur für die kurze Zeit ihres Bestehens.


Buchrezension:
Der Nationalsozialismus und die Antike

Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern 2014, ca. 432 S., 20 S/W-Abb., 49,95 Euro


AiD-Lexikon:
Doppelbestattung

Bestattung zweier Individuen in einem Grab, wobei die Beisetzung beider gleichzeitig erfolgt sein...