Einzelhefte

Titelthema: Germanen im Limesvorland

 

Über Jahrhunderte wurden in der Geschichtsschreibung die Bewohner der Germania magna außerhalb der Grenzen des Römischen Reiches als unheimliche, kaum fassbare Bedrohung der zivilisierten (römischen) Welt wahrgenommen. Als Folge galt auch der Limes vor allem im Norden des Reiches als unüberwindliches Bollwerk gegen potenzielle Feinde. Jüngere Forschungen zeichnen nun ein differenziertes Bild von ganz unterschiedlichen Grenzräumen, in denen die Bewohner teils über Jahrhunderte in enger Nachbarschaft einen regen Austausch pflegten. Welche Spuren hat der »kleine Grenzverkehr« beiderseits des Limes hinterlassen? Und welche Rolle spielte das Militär in diesem allmählichen Annäherungsprozess der verschiedenen Welten?

 

 

Titelthema: Schätze entlang der Trassen

Verkehrswege und Versorgungsleitungen schlagen beträchtliche Schneisen in unsere Kulturlandschaft. Der Neu- und Ausbau solcher Großprojekte wird in Deutschland seit Anfang der 1990er-Jahre von den archäologischen Fachämtern systematisch begleitet. Bei den gewaltigen Einschnitten in die Landschaft lassen sich zahlreiche neue Informationen zur Besiedlungsgeschichte gewinnen, und auch wirkliche Sensationsfunde kommen ans Licht.


Titelthema: Grenzen des Römischen Reiches

Dass Grenzen auch heute noch eine wichtige Rolle spielen, machen die aktuellen Geschehnisse und Diskussionen um Zuwanderung mehr als deutlich. Über viele Jahrhunderte war auch die Sicherung des römischen Imperiums ein zentrales Anliegen der Machthaber: Errichtet wurden Barrieren wie der Hadrianswall und der Limes, Kastellketten verliefen entlang der großen Flüsse. Teilweise beeindrucken diese Bauwerke nach wie vor. Im Titelthema werden wir die Grenzen des Imperiums näher betrachten, die inzwischen teils zum UNESCO-Welterbe gehören.


Titelthema: Urnenfelderkultur

In der spätesten Bronzezeit (ca. 1300–800 v.Chr.) hat sich im südlichen Mitteleuropa die Urnenfelderkultur entwickelt. Ihr Name leitet sich von der damals dominierenden Grabform ab. Trotz regionaler Unterschiede, was Anlage und Ausstattung der Gräber anbelangt, lassen sich vom Pariser Becken bis ins Karpatenbecken und zur unteren Donau viele Ähnlichkeiten im Umgang mit den Toten erkennen. Ebenso war diese Epoche allgemein eine Phase zahlreicher Neuerungen und Veränderungen: Das Siedlungswesen hat sich gewandelt, überregionaler Handel entwickelt und soziale Differenzierung etabliert. Wir fassen die neuesten Erkenntnisse zusammen.


Titelthema: Die Bajuwaren

Erst Anfang des 6. Jh. werden die frühmittelalterlichen Bajuwaren schriftlich erwähnt. Eine geschlossene Einwanderung scheint demnach unwahrscheinlich. Vielmehr gehen Forscher von einem multiethnischen Entstehungsprozess aus, der nach Ende der römischen Herrschaft Mitte des 5. Jh. eingesetzt und bis zur Etablierung des bajuwarischen Herzogtums im Merowingerreich Mitte des 6. Jh. angedauert hat. Interessant sind naturwissenschaftliche Untersuchungen von deformierten Schädeln eines kleinen Teils der weiblichen Bevölkerung im späten 5. und 6. Jh. oder Pestnachweise Mitte des 6. Jh. Im Titelthema berichten wir über den aktuellen Stand der Bajuwaren-Forschung.

Titelthema: Antike im Mittelalter

Erst die Humanisten unterschieden zwischen Antike und Mittelalter. Doch tatsächlich gibt es Kontinuitäten zwischen den Epochen und somit eine Antike im Mittelalter. Die Reihengräberfelder der Merowingerzeit hatten ihren Ursprung in der Peripherie des spätantiken Imperiums. Römische Überlieferungen prägten die Bezeichnung spätantiker »Stämme«, die sich heute oft als römische Militärkontingente statt als Ursprünge frühmittelalterlicher »Völker« herausstellen. Antike Straßen und Gebäude waren im Mittelalter weiter in Verwendung und häufig wusste man sogar um deren imperiale Vergangenheit, die man als solche erhalten, nutzen und instrumentalisieren konnte.

Buchrezension:
1177 v. Chr. – Der erste Untergang der Zivilisation

Darmstadt: Theiss Verlag 2015, 352 S., 11 S / W-Abb., 2 Karten, 2 Tabellen, Bibliogr. und...


AiD-Lexikon:
Danewerk

Riesige frühmittelalterliche Wallanlage im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark.