Spektrum: Endlich gefunden
Erstes Römerlager in Niedersachsen
Text: Klaus Grote
Seit Jahrzehnten hat man auf diese Entdeckung gewartet: Im April 2004 konnte die Kreisarchäologie Göttingen die Lokalisierung eines römischen Militärlagerkomplexes im südlichen Niedersachsen bekannt geben. Von der an der Werra bei Hedemünden/Lkr. Göttingen gelegenen Anlage haben sich Wälle und Gräben hervorragend erhalten. Sie zeigen Grundrisse eines Hauptlagers von länglich-ovaler Form mit 3,2 Hektar Innenraumfläche, eines angebauten kleineren Annexlagers fast quadratischer Form mit 1,3 Hektar Fläche sowie Spuren eines mutmaßlichen Marschlagers annähernd rechteckiger Form von 7 bis 8 Hektar Größe. Zudem finden sich Hinweise auf einen vorgelagerten Aktivitätsbereich. Bei ersten Grabungen kam bereits umfangreiches Fundmaterial zum Vorschein: Münzen, eiserne Waffenteile (Pilum, Lanzenspitze, Lanzenschuhe und Katapultgeschossbolzen), Werkzeuge, Wagen- und Baubeschläge, Zeltheringe, Nägel. Aus den Erdwällen stammen vier kreuzförmige Arbeitsäxte und zwei Dechsel. Die entdeckten Keramikreste setzen sich aus römischer Drehscheibenware und einheimischen germanischen Stücken zusammen. Die zeitliche Einordnung der Funde macht einen Zusammenhang des Lagers mit den römischen Vorstößen in das germanische Gebiet zwischen Rhein und Elbe zu augusteischer Zeit wahrscheinlich. Insbesondere der Feldzug des Drusus im Jahre 9 v. Chr., der von Mainz über die Wetterau nach Nordhessen, Südniedersachsen bis an die Elbe führte, musste bei Hedemünden die Werra überqueren. Vermutlich wurde das Hauptlager als längerfristige Versorgungsstation angelegt, Annex- und Marschlager dürften hingegen nur kurzzeitig belegt gewesen sein. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 5 / 2004.
– Eine Geschichte des alten Ägypten
Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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