Fenster Europa: Italien
Große Krieger, bedeutende Frauen
Text: Patrizia von Eles, Archäologisches Museum, Verucchio.
Verucchio, ein kleines, zwischen San Marino und Rimini gelegenes Dorf war vom 9. bis 7. Jh. wichtiges Zentrum der eisenzeitlichen Villanovakultur, die in Italien nicht nur in Etrurien, sondern auch in der Emilia-Romagna (Bologna und Verucchio), in den Marken (Fermo) und in Kampanien (Pontecagnano) verbreitet war. Seit 1600 ist der Ort durch den Fund von Brandbestattungsgräbern bekannt, die auf verschiedene Gräberfelder verteilt waren und wahrscheinlich von unterschiedlichen Geschlechtergruppen genutzt wurden. Im Zentrum der Nekropole Lippi liegt ein kleiner Gräberkern mit ausschließlich fürstlicher Ausstattung. Hierzu gehören das so genannte »Throngrab« (Lippi 89/1972) und das »Bernsteingrab« (Lippi 47/1972) einer erwachsenen Frau. Sie wurde mit außerordentlich reichen Beigaben wie einem vierspännigen Wagen, Bronze- und Keramikgeschirr, einer Axt und aufwändig verzierten Stoffen bestattet. Im »Throngrab« lag ein junger, gegen Ende des 8. Jh. v. Chr. gestorbener Krieger, nach seiner Ausstattung zu urteilen, ein Mitglied der herrschenden aristokratischen Elite. Offensichtlich lebten in den italischen Gemeinschaften des 8. Jh. v.Chr. Frauen, die eine bedeutende religiöse oder politische Funktion innehatten. So gab es neben vielen reich ausgestatten Frauengräbern auch solche, in denen eine Axt, die gemeinhin als Machtsymbol galt, gefunden wurde. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2004.
Stuttgart: Theiss Verlag 2011, 224 S., 46 S/W-Abb., 24,95 Euro
AiD-Lexikon:
(lat. antecessor: Vorgänger): Die Datierung, die ihn zum frühesten bekannten menschlichen Bewohner...



