Fenster Europa: Zentralbosnien

Steinzeit-Tells im Blickpunkt

Text: Dr. Knut Rassmann, Römisch-Germanische Kommission, FfM; Prof. Dr. Johannes Müller, Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Zilka Kujundžić- Vejzagić, Landesmuseum Sarajewo.

Zu den Fundplätzen Zentralbosniens, die bislang noch nicht großflächig untersucht werden konnten, gehören auch die steinzeitlichen Siedlungen Okolište und Butmir. Nachdem man hier 2002 mit Ausgrabungen begonnen hatte, folgte im Herbst 2003 die geomagnetische Prospektion mit einem Flux- und Cäsiumgradiometer. In Okolište konnten auf diese Weise annähernd drei Hektar untersucht werden. Die Ergebnisse zeigen überraschend klare Siedlungsstrukturen. So konnten im geomagnetischen Plan zahlreiche Häuser anhand rechteckiger Muster ausgemacht werden. Sie entsprechen mit einer Größe von etwa 12 m x 6 m Hausbefunden aus anderen spätneolithischen Fundplätzen Bosniens. Drei dieser geomagnetisch erkannten Häuser hatte man bereits bei den Ausgrabungen 2002 teilweise untersucht. Sie datieren nach den Radiokarbonanalysen in die Zeit um 4800 v.Chr. Die geomagnetisch erkannten Häuser liegen 0,7 bis 0,9 m tief unter der heutigen Oberfläche. Es handelt sich um verbrannte Lehmbauten, deren Überreste durch hohe Temperaturen beim Brand teilweise regelrecht verziegelt wurden. Die ungefähr 4 ha große Siedlung wird von einem weitläufigen Grabensystem umschlossen. Da eines der älteren Häuser von dem inneren Graben geschnitten wird, ist für die jüngste Phase von einer Verkleinerung der Siedlungsfläche auszugehen. Schon jetzt bieten die Ergebnisse der geomagnetischen Prospektion hervorragende Einblicke in den Aufbau der spätneolithischen Siedlung. Darüber hinaus sind sie eine wichtige Grundlage für die Planung zukünftiger Untersuchungen in Okolište. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2004.

Buchrezension:
Die Römer im Rhein-Main-Gebiet

Stuttgart: Theiss Verlag 2011, 224 S., 46 S/W-Abb., 24,95 Euro


AiD-Lexikon:
Homo antecessor

(lat. antecessor: Vorgänger): Die Datierung, die ihn zum frühesten bekannten menschlichen Bewohner...

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