Titelthema: 20 Jahre AiD

Forschen ohne Zerstören

Text: Dr. rer. nat. Harald von der Osten, Oberkonservator, LDA Baden-Württemberg, Esslingen.

Bei der Suche nach "Bodenschätzen" kommt den geophysikalischen Verfahren eine immer wichtigere Rolle zu. Sie ermöglichen den detaillierten Blick unter die Erdoberfläche, ohne dass dafür der Spaten angesetzt werden muss. So können Ausgrabungen Zeit sparend und präzise geplant bzw. Schutzzonen metergenau ausgewiesen werden. Gemeinsames Prinzip aller Messmethoden ist das Aufspüren und grafische Sichtbarmachen bestimmter physikalischer Eigenschaften des Bodens. Diese ändern sich an Stellen, wo das Erdreich durch menschlichen Eingriff, wie etwa das Anlegen von Gräben, Gruben, Hausfundamenten oder Feuerstellen, gestört wurde. Mithilfe der Geophysik können diese Kontraste zwischen Siedlungsspuren und Untergrund erfasst und schließlich am Computerbildschirm sichtbar gemacht werden. Die vier gebräuchlichsten geophysikalischen Verfahren sind: Geomagnetische Kartierung, Geoelektrik, Elektromagnetische Induktion sowie Bodenradar. Jeder Bodeneingriff führt zu einer Beeinflussung des natürlichen Magnetfeldes. Dies macht sich die geomagnetische Kartierung zu Nutze. Mit empfindlichen Magnetometern wird die Erdoberfläche in einem feinmaschigen Raster flächendeckend untersucht. So lassen sich schwache, lokal begrenzte Abweichungen vom normalen Erdmagnetfeld erkennen. Ursache dieser "Störungen" sind stärker magnetische Eisenoxide, die Zeichen für einen Fäulnisprozess im Boden sind oder durch Hitzeeinwirkung bei Anwesenheit von organischem Material bzw. durch Aktivität von magnetotaktischen Bakterien (z.B. bei Verrottung von Hölzern) entstehen können. Erstmals wurde diese Methode von Martin Aitken im März 1958 in England durchgeführt, mittlerweile ist sie zum "Standardverfahren" der geophysikalischen Prospektion avanciert. In Bezug auf den erreichbaren Messfortschritt handelt es sich um das bislang effizienteste Verfahren zur Erkundung großflächiger Siedlungsstrukturen außerhalb von Städten. Zudem sind die eingesetzten Sonden in den letzten Jahren um ein Vielfaches empfindlicher geworden sind. So lassen sich beispielsweise mit Cäsium-Sonden Empfindlichkeiten erreichen, um etwa den 100millionsten Teil der Stärke des hiesigen Erdmagnetfeldes aufzulösen. Damit können noch geringere Reste archäologischer Strukturen nachgewiesen werden, als dies früher möglich war. Die Geomagnetik ist eine integrale Methode: Die Anomalien aller, bis zur Detektionstiefe der Sonden vorhandener Störkörper werden als ein Messwert erfasst. Mehrere, in enger Abfolge liegende Kulturschichten können daher stratigrafisch nicht aufgelöst werden. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 5 / 2004.

Buchrezension:
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– Eine Geschichte des alten Ägypten

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AiD-Lexikon:
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