Titelthema: Hausbau in Norddeutschland

Forschungsfeld Ostdeutschland

Text: Dr. des. Jan Schuster, Poznan, Polen

Bis zu Beginn der Neunzigerjahre waren Langhäuser in Nordostdeutschland so gut wie unbekannt. Mit den Grabungen der letzten zehn Jahre, die nach dem Fall der Mauer möglich wurden, begann für die Forschung zu ebenerdigen Hausformen der Germanen während der römischen Kaiserzeit eine Umbruchszeit. Inzwischen sind für nahezu alle Regionen zwischen unterer Elbe und unterer Oder Grundrisse belegt, die sich mit denen aus Nordwestdeutschland und Skandinavien vergleichen lassen. Wechselnde kulturelle Orientierungen führten zu unterschiedlich bevorzugten Hauskonstruktionen. Dreischiffige Hausgrundrisse der älteren Kaiserzeit, die Beziehungen zum elbgermanischen Siedlungsraum offenbaren, gehen jenen zweischiffigen Konstruktionen voraus, welche während der jüngeren Kaiserzeit die Siedlungen dominieren. Das bislang selten belegte Haus mit Steilgiebel, auf das man anhand von in den Schmalseiten positionierten Trägerpfosten schließen kann, ist in Nordostdeutschland neben Bauten mit Walmdach öfter nachgewiesen und gehört hier seit der ausgehenden vorrömischen Eisenzeit zur Bautradition. Die Wandpfosten sind einfach oder auch doppelt gesetzt worden. Direkte Hinweise zur Wandverkleidung fehlen, vom Lehmverputz abgesehen, bislang. Sehr wahrscheinlich wurden aber dieselben Methoden angewandt wie an der Nordseeküste, von wo wir erhaltene Flechtwerkwände kennen. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.

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