Spektrum: Palisade oder Brückenrest?

Hölzer im hallstattzeitlichen Burggraben

Text: AiD

Archäologische Holzfunde sind wegen der hohen Vergänglichkeit des Materials extrem selten. Daher ist es schon ein besonderer Glücksfall, was bei kürzlich durchgeführten Grabungen an der Heuneburg bei Herbertingen (Baden-Württemberg), einem frühkeltischen Fürstensitz des 7. bis 5. Jh. v. Chr., zum Vorschein kam (siehe auch Beitrag D.Krausse in AiD 5/04, S. 34f.). In einem mächtigen, etwa 7m tiefen Burggraben unterhalb der Nordspitze stießen Dr. Jörg Bofinger und sein Team auf erstaunlich gut erhaltene Bauhölzer der frühen Eisenzeit. Alle Teile, vornehmlich Balken bzw. Pfosten mit Verzapfungen sowie diverse Bretter und Latten, weisen Bearbeitungsspuren auf. Welche Funktion die Hölzer einmal hatten, ist bislang noch ungeklärt. Denkbar wäre jedoch, dass es sich um Reste von Palisaden bzw. Brüstungen oder einer Brücke handelt. Exakte Datierungen stehen noch aus, erste 14C-Untersuchungen bestätigen jedoch die hallstattzeitliche Einordnung. Damit liegen aus dem Umfeld der Heuneburg erstmals Holzfunde dieser Zeitstellung vor, die gesicherte Hinweise zu Bautechnik, Architektur und Handwerk liefern. Weitere Grabungen sollen zeigen, ob sich hier noch weitere Holzteile oder organische Materialien erhalten haben. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 6 / 2004.

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