Titelthema: Mittelalterlicher Landesausbau
Im Zeichen des Kreuzes
Text: Axel Pollex M.A., Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte, Humboldt-Uni Berlin.
Ein wichtiger Schritt zur Integration der slawischen Gebiete in das römisch-deutsche Reich war die Christianisierung der Bevölkerung. Neben Massentaufen slawischer Eliten gab es auch führende Familien, die an den Traditionen festhielten. Hinweise darauf, ob und inwieweit sich unter den slawischen Stämmen das Christentum durchgesetzt hat, liefert das Entstehen der ersten Kirchen. Erste Gründungen lassen sich an den Fürstenhöfen und Zentralorten nachweisen. So wurde etwa in Oldenburg die Fürstenhalle der Burg in der Mitte des 10. Jh. zur Kirche umfunktioniert. Die älteste Kirche Alt Lübecks stammt aus den 1090er-Jahren. Archäologische und historische Quellen lassen sich in diesen Fällen weitestgehend miteinander verbinden, sodass eindeutige Aussagen möglich sind. Für die östlichen Gebiete fällt dies wesentlich schwerer, da es hier kaum schriftliche Belege gibt. Die vielfachen Klostergründungen auf slawischem Gebiet sorgten bald für eine weitere Verbreitung des christlichen Glaubens. Eine umfassende Belehrung aller, auch entlegener Bevölkerungsteile in christliche Sitten war jedoch erst mit dem Aufbau des Pfarreisystems im Rahmen des Landesausbaus möglich, als mit dem Einzug westlicher Siedler ein dichtes Netz an Dorfkirchen entstand. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 6 / 2003.
Stuttgart: Theiss Verlag 2011, 224 S., 46 S/W-Abb., 24,95 Euro
AiD-Lexikon:
(lat. antecessor: Vorgänger): Die Datierung, die ihn zum frühesten bekannten menschlichen Bewohner...



