Spektrum: Steinzeitkunst

»Kleiner Bruder« des Löwenmenschen

Text: AiD

Im Hohlen Fels bei Schelklingen, Alb-Donau-Kreis, haben Tübinger Archäologen den »kleinen Bruder« der 32 000 Jahre alten, gut dreißig Zentimeter großen Ulmer »Löwenmensch« Figur gefunden. Die nur zweieinhalb Zentimeter hohe Tier-Mensch-Figur aus Mammutelfenbein lag in mehr als 30 000 Jahre alten Bodenschichten der Schelklinger Albhöhle. Wie Chefausgräber Nicholas J. Conard vom Tübinger Institut für Ur- und Frühgeschichte in den Anfang August veröffentlichten »Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2002« berichtet, hat die Figur große Ähnlichkeit mit dem Ulmer Löwenmensch. So sei am Kopf deutlich ein rundes Ohr, wie es Löwen und Panther besitzen, zu erkennen. Auch Augen, Schnauze und Mund sind vorhanden. Der noch verbliebene linke Arm sitzt an einer kräftigen, menschenartigen Schulter und ist wie beim Löwenmenschen leicht abgesetzt. Aufgrund dieser vielen Gemeinsamkeiten ist sich Conard sicher, dass zwischen den Menschen im Lonetal auf der Alb und den Bewohnern des Achtals mit dem Hohlen Fels vor mehr als 30 000 Jahren Beziehungen bestanden haben müssen. Zumindest kann, so Conard, ein ähnlicher geistig-kultureller Hintergrund vorausgesetzt werden. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 5 / 2003.

Buchrezension:
Mumien, Tempel, Pharaonen

– Eine Geschichte des alten Ägypten

Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...


AiD-Lexikon:
Ethnogenese

Abgeleitet von »gr. ethnos« (= Volk) und »genesis« (= Entstehung). Je nach Forschungsgegenstand von...

Habelt