Titelthema: 150 Jahre Pfahlbauforschung
Pfahlbauern unterwegs
Text: Dr. Ralf Baumeister, Leiter Federseemuseum, Bad Buchau.
Der sensationelle Fund der Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen hat eines schlaglichtartig aufgezeigt: Die höchste Gebirgskette Europas war für den prähistorischen Menschen keineswegs eine unüberwindbare Barriere. Bereits am Ende des 5. vorchristlichen Jahrtausends bestanden zwischen den Pfahlbausiedlungen nördlich und südlich der Alpen intensive Beziehungen; sie führten nicht nur zu einem regen Warenaustausch, sondern gaben auch entscheidende technische und kulturelle Impulse. Dichte und unterholzreiche Wälder, nur schwer zu passierende Höhenzüge sowie unüberwindbare Moore prägten die steinzeitliche Landschaft in weiten Teilen Europas. In diesem unwegsamen Gelände bildeten Flüsse und Seen natürliche Handels- und Verkehrswege. Besondere Bedeutung dürften die Gewässer vor allem aber im Kleinverkehr der Region gespielt haben. Auf diesem Verkehrsweg konnten auch schwere Lasten leicht transportiert und andere Dörfer schnell erreicht werden. Die frühesten Hinweise auf die Verwendung von Rad und Wagen finden sich in der Mitte des 4. Jt. v.Chr. im östlichen Mitteleuropa. Etwa 200 Jahre später treten Radfahrzeuge auch in den Moor- und Ufersiedlungen des Alpenvorlandes auf - allerdings in deutlich abweichender Konstruktion: Hier waren die mit rechteckigen Achslöchern versehenen Räder starr mit der Achse verbunden, sodass diese unter dem Wagenkörper rotierte. Solche Gefährte mit leicht abnehmbaren Rädern waren dem Gelände ideal angepasst, da der Wagenkasten - von der Achse gehoben - auch als einfache Schleife im schwierigem Gelände genutzt werden konnte. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2004.
– Eine Geschichte des alten Ägypten
Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
Abgeleitet von »gr. ethnos« (= Volk) und »genesis« (= Entstehung). Je nach Forschungsgegenstand von...



