Reportage: Cheops-Pyramide
In den Schächten der Königinnenkammer
Text: Michael Haase, Diplom-Mathematiker, Sachbuchautor, Publizist und Wissenschaftsjournalist im Bereich Pyramidenforschung, Berlin
Nachdem das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in Kairo unter der Leitung von Prof. Rainer Stadelmann bereits 1992 Reinigungs- und Vermessungsarbeiten in den beiden oberen, von der Grabkammer aus bis zu den Außenseiten der Pyramide verlaufenden Schächten durchgeführt und dort ein Ventilationssystem installiert hatte, wurden ein Jahr später die beiden Schächte der Königinnenkammer erkundet. Dabei stieß das zu diesem Zweck konstruierte kabelgesteuerte Roboterfahrzeug nach fast 60 Metern im Südschacht der Königinnenkammer auf einen akkurat bearbeiteten Kalksteinblock. Im Sommer 2002 wurden die Untersuchungen in den beiden Schächten der Königinnenkammer durch die ägyptische Altertümerverwaltung unter Leitung von Dr. Zahi Hawass fortgeführt. Man bohrte durch den ungefähr acht Zentimeter dicken Blockierstein des südlichen Schachtes ein kleines Loch, durch das eine Miniaturkamera hindurchgeführt wurde. Es stellte sich heraus, dass sich hinter der Schachtblockierung ein etwa 45 Zentimeter tiefer Hohlraum befindet, der offenkundig die Verlängerung des Schachtes darstellt. Die südliche Begrenzung des Hohlraums bildet ein unpolierter und strukturell nicht mit dem Blockierstein zu vergleichender einzelner Steinblock, der einige kleine Risse aufweist. Allem Anschein nach markiert er das definitive Ende des Schachtes. Der nördliche Schacht der Königinnenkammer konnte auf einer Länge von etwa 64 Metern erkundet werden, wo er ebenfalls durch einen Kalkstein blockiert wird, der vergleichbare Oberflächenstrukturen aufweist wie sein südliches Pendant. Beide Blockiersteine befinden sich offensichtlich auf dem gleichen Höhenniveau. Über das Schicksal der in den Schächten lokalisierten Gegenstände ist bislang nichts bekannt geworden. Es ist aber anzunehmen, dass die vermutlich aus Kupfer bestehenden stiftartigen Objekte des Blockiersteins im südlichen Schacht wie auch die im nördlichen Schacht der Königinnenkammer gefundene Holzleiste und ein nicht genau zu identifizierendes metallisches Objekt gesichert und einem Labor zugeführt worden sind. Weitere Untersuchungen werden sich möglicherweise auch auf die Rückseite des Blockiersteins im Südschacht konzentrieren. Hierbei gilt es zu überprüfen, ob die beiden stiftartigen Metallobjekte über Bohrlöcher im Blockierstein im Bereich des Hohlraums miteinander verbunden sind und womöglich eine Art Handgriff bilden, mit dem der Stein transportiert und im Schacht justiert wurde. Wahrscheinlich wird auch das Umfeld des Blockiersteins im nördlichen Königinnenschacht näher untersucht werden, hinter dem sich vermutlich auch ein kleiner Hohlraum befindet. Man darf auf die weiteren Forschungen gespannt sein. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2003.
Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich
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Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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