Reportage: Keltendorf Gabreta

Eingespannt im Keltenpflug

Text: Wulf Hein, Archäotechnik, Friedberg

Seit Sommer 2001 besitzt die Gemeinde Ringelai im Bayerischen Wald eine besondere touristische Attraktion: Das Keltendorf Gabreta. Unter dem Stichwort »experimentelle Archäologie« können Besucher hier Geschichte erleben und begreifen, indem sie selbst aktiv am keltischen Leben teilnehmen. Vor der blau-weißen Wand, die eine abziehende Regenfront an den Himmel wirbelt, liegen die Hütten vereinzelt in dem Areal, der Platz mit seinem Ausblick über die Höhen des Bayerischen Waldes ist gut gewählt. Zimmermannstechnisch ist das alles einwandfrei, doch bei näherem Hinschauen wünsche ich mir, dass alle Balkenköpfe noch mal überbeilt würden, um die deutlich sichtbaren Spuren der Kettensäge zu tilgen. Ein klein wenig enttäuscht folge ich dem Rundgang: Ansonsten sind die Häuser ja recht ordentlich ausgeführt, auch unterbricht hier und da eine Schindeldeckung die in Freilichtmuseen ebenso lieb gewonnenen wie langweiligen oder im temporär/geografischen Kontext schlicht falschen Reetdächer. Als ich auf die nächste Hütte zugehe, höre ich einen urbayerischen Bass zwischen vereinzelten Besucherstimmen. Eine Führung? Der Bass gehört Paul Freund, einem Landwirt aus dem Nachbardorf. Wie so viele seiner Kollegen findet er bei der Feldarbeit immer wieder Relikte aus alten Zeiten. Über 30 000 Keramikscherben und Steinartefakte hat er zusammengetragen, einige seiner Stücke belegen, dass die Gegend bereits in keltischer Zeit besiedelt war. Diese Scherben begründeten letztlich die Idee, hier ein Keltendorf zu bauen, um damit Geschichte lebendig werden zu lassen. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.

Buchrezension:
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