Titelthema: 20 Jahre AiD

Schnitte am laufenden Kilometer

Text: Dr. Harald Stäuble, Referent für Braunkohle/lineare Bauvorhaben, LfA Dresden.

Reine Forschungsgrabungen ohne denkmalpflegerische Notwendigkeit gibt es heutzutage kaum noch. Stattdessen nimmt die archäologische Begleitung von Großbauvorhaben wie Autobahntrassen oder Gas- und Erdölleitungen einen immer breiteren Raum ein. Besonders in den neuen Ländern mussten sich die Landesämter hier gewaltigen Aufgaben stellen, wie unser Beispiel aus Sachsen zeigt. Bald nach Inkrafttreten des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes im Jahre 1993 wurde das Referat Braunkohle und lineare Baumaßnahmen gegründet. Angesichts der Schnelligkeit und dem Ausmaß, mit dem ganze Landstriche durch die Braunkohlentagebaue zerstört wurden, ist es verständlich, dass die ersten Bestrebungen des Landesamtes für Archäologie in Richtung einer funktionierenden »Braunkohlenarchäologie« gingen. So fielen etwa im Südraum Leipzigs in den vergangenen 100 Jahren fast 180 km2 dem Braunkohlenbergbau zum Opfer, ohne dass eine ausreichende archäologische Begleitung stattfand. Für die Archäologie im Vorfeld von Autobahn- oder Straßenbauten erfolgte der maßgebliche Durchbruch 1996, als nach langwierigen Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien, Autobahnämtern und Regierungspräsidien ein nachhaltiger Konsens gefunden wurde. Auch bei Bahnprojekten oder dem Bau von Pipelines hat man es durchgesetzt, künftig schon in der Vorplanung berücksichtigt zu werden. Im streng denkmalpflegerischen Sinne ist es verständlich, dass nur dort ausgegraben wird, wo schon Fundstellen nachgewiesen sind, für die archäologische Fundlandschaft greift diese Forderung mancher, die erzwungenermaßen auch umgesetzt wird, aber viel zu kurz. Die Notwendigkeit archäologischer Arbeit muss über die Materialansammlung für das Depot oder - was die besonderen Stücke betrifft - für das Museum hinaus gehen. Auch der Wissenszuwachs darf sich nicht nur auf eine vertiefende Untersuchung von Einzelaspekten oder gezielt ausgewählte vor- und frühgeschichtliche Siedlungen beschränken. Zumindest für den Bereich der unvermeidbaren Großprojekte ist unser Ziel eine lückenlose Erfassung aller heute noch erhaltenen Fundstellen und deren Einbettung in das weitere zeitlich-kulturelle Umfeld. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 5 / 2004.

Buchrezension:
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– Eine Geschichte des alten Ägypten

Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...


AiD-Lexikon:
Ethnogenese

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