Reportage

Sein letztes Gefecht

Text: Dr. Erhard Cosack, Bezirksarchäologe Denkmalpflege Hannover

Auf einem Acker südlich von Hannover, nahe dem Städtchen Pattensen, fand ein Hobbyarchäologe einen blauen Glasschmelztropfen und übergab ihn der Denkmalpflege des Bezirks. Das auf den ersten Blick nichts sagende Fundobjekt erwies sich als überaus informativ, da es auf ein am Fundort verborgenes Brandgräberfeld hindeutete. Das geborgene Fundmaterial datiert in die Zeit zwischen dem 4. Jh. und 6. Jh. n.Chr. und lässt sich damit zweifellos einem altsächsischen Gräberfeld zuordnen. Hier wurden die Toten mit ihren Beigaben eingeäschert und die Knochenreste innerhalb der Verbrennungsstelle bestattet. Unter den Funden befindet sich auch das Fragment eines bei der Bestattung gewaltsam zerbrochenen Schwertes, das im Feuer des Scheiterhaufens oxydiert und damit hervorragend erhalten ist. So konnten auf den Schneiden zahlreiche Hiebspuren dokumentiert werden, die auf einen unerbittlichen Kampf hinweisen. Sicherlich stammen die besonders tief und in dichter Folge gesetzten Hiebspuren von einem Schwert, da nur dieses mit so großer Kraft und Zielgenauigkeit geführt werden kann. Folglich wird der altsächsische Krieger im Laufe des Gefechtes auch auf einen gegnerischen Schwertkämpfer gestoßen sein. In welchen Kampfhandlungen der altsächsische Krieger verwickelt gewesen ist, bleibt unklar. Reste römischer Militärkoppel und eine Goldmünze legen allerdings eine deutliche Spur zum römischem Gebiet. Ob der Altsache, wie so viele seiner Stammesgenossen, im römischen Militärdienst gewesen und dort oder bei innergermanischen Kämpfen den Tod gefunden hat, verraten die Funde nicht. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 1 / 2003.

 

Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich

 

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