Titelthema: Hausbau in Norddeutschland
Spuren aus fünf Jahrtausenden
Text: Dr. W. Haio Zimmermann, Nieders. Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven
Das letzte Glied einer Entwicklung, die wir über 5000 Jahre im Raum südlich der Nordsee verfolgen können, ist das heute noch anzutreffende Niederdeutsche Hallenhaus, die traditionelle Form des Bauernhauses in Norddeutschland. Eine ländliche Siedlung umfasste in der Regel neben den Hauptgebäuden Speicher, Rutenberge, Grubenhäuser und kleinere ebenerdige Bauten. Auch der nicht überdachte Hofraum war für das Wohnen und Wirtschaften der Menschen von Bedeutung. Bei den Hauptgebäuden handelte es sich meist um langrechteckige Bauten, die von der jüngeren Steinzeit bis in das frühe Mittelalter nur maximal 1 m hohe Seitenwände hatten. Das Dach war in der Regel weich, also mit Reith und später auch Stroh, gedeckt und ruhte auf Innenpfosten, deren untere Enden im Boden eingegraben wurden. Diese Fundamentspuren, die Pfostenlöcher, zeigen uns heute die Hausgrundrisse an. Mit dem Übergang zum einschiffigen Gebäude erfolgte eine Trennung von Wohn- und Stallbereich. Zumindest lässt sich dies für die früh- bis hochmittelalterlichen Häuser in Dalem, Lkr. Cuxhaven, sagen. Da andernorts die Funktion der Gebäude nicht sicher bestimmt werden kann, z.B. weil noch Phosphat-Untersuchungen fehlen, sind durchaus auch Ausnahmen von dieser Regel möglich. Das Phänomen, an einschiffige Bauten schmale Seitenschiffe anzufügen, ist für das Mittelalter durch Grabungsbefunde, etwa aus Süddeutschland, dem östlichen Frankreich sowie im Norden bis nach Südschweden dokumentiert. Das bleibt hier aber nur eine Episode in der Hausentwicklung. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2004.
– Eine Geschichte des alten Ägypten
Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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