Titelthema: Klosterforschung

Vom Leben westfälischer Zisterzienserinnen

Text: Dr. Birgit Münz, Wissenschaftliche Referentin, Westfälisches Museum für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege, Münster

Das ehemalige 1256 gegründete und 1808 mit der Säkularisation aufgehobene Kloster St. Maria in Hörstel-Gravenhorst, Kreis Steinfurt, war eines von 25 zwischen 1174 und 1290 in Westfalen gegründeten Frauenkonventen zisterziensischer Observanz. Seit 1999 werden dort großflächige Ausgrabungen durchgeführt, die interessante Erkenntnisse etwa zur Wasserversorgung, aber auch zum Brauen und Backen im Kloster erbrachten. Durch die Ausgrabung konnte die Baugeschichte und die frühere Nutzung als Back- und Brauhaus belegt werden: Im Zuge mehrerer Bauphasen wurde das Gebäude, das über zwei Eingänge an der Westseite zu betreten war, von anfangs zwei auf fünf Räume aufgeteilt. In der Mitte des Gebäudes stand ein Kamin, an den zwei Backöfen und eine Darre angeschlossen waren. Die Ausgrabungen zeigten auch, dass die Klosteranlage auf einer den anstehenden Sand flächendeckend überlagernden Acker- oder Gartenerdeschicht errichtet wurde, ein Beleg für die landwirtschaftliche Nutzung des Geländes in vorklösterlicher Zeit. Im Bereich des heutigen Südflügels konnten zahlreiche aus Kalksandbruchsteinen der Klostergebäude des 14./15. Jh. bestehende Fundamente freigelegt werden, die alle parallel bzw. rechtwinklig zu den Außenmauern des heute noch stehenden Konventsflügels verliefen. Hierzu gehört etwa ein ehemals zweischiffiger, durch eine Reihe von Säulenbasen gekennzeichneter Raum, bei dem es sich vermutlich um das spätmittelalterliche Refektorium handelt. Dafür spricht auch, dass westlich anschließend die Konventsküche zutage kam. Bei der Untersuchung der Außenmauerfundamente des Südflügels stieß man auch auf eine ausgesprochen gut erhaltene zweiphasige Kloake. Die quadratische, 2,20 m x 2,30 m große Abfall- und Fäkaliengrube war im 17. Jh. an die heutige südliche Außenmauer angebaut worden. Auf dem Boden des Abfallschachtes kam eine lediglich 0,20 m dünne Schicht der Kloakenfüllung zutage, aus der zahlreiche Hausratsgegenstände des 17. und 18. Jh. - unter anderem auch Flügelgläser venezianischer Art - stammen. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 2 / 2003.

 

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