Wanderung: Jahnatal
Mit dem Fahrrad durch Sachsens Vergangenheit
Text: Joachim Meffert, Landesamt für Archäologie, Dresden
Nordwestlich von Dresden liegt die Lommatzscher Pflege, eine der wichtigsten Altsiedellandschaften Sachsens. Zusammen mit dem Ökohof Auterwitz hat das Dresdner Landesamt für Archäologie Sachsen hier einen archäologischen Radwanderweg angelegt, der im Endausbau die gesamte Lommatzscher Pflege bei Riesa, Döbeln und Meißen umfassen soll. Dabei fanden auch Nachbardisziplinen wie Baudenkmalpflege und Industriearchäologie Berücksichtigung. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die unterschiedlichen archäologischen Untersuchungs- und Prospektionsmethoden an konkreten Objekten aufzuzeigen, umso die breit gefächerte Arbeitsweise moderner Archäologie zu vermitteln. Hinter Pulsitz führt der Weg zu den ehemaligen Kalkwerken in Ostrau und Tännich. Letzteres liegt in einem kleinen Gehölz mit zahlreichen Gruben, die durch den Einbruch der ehemals unterirdisch betriebenen Kalkbrüche entstanden. Diese »Pingen« sind wichtige Hinweise auf ehemalige Bergbaubetriebe und heute noch gut im Gelände sichtbar. In Ostrau wurde eines der frühen Kalkwerke aus dem 19. Jh. wieder aufgebaut, hier soll eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Kalkabbaus eingerichtet werden. Die fruchtbaren Felder der Lommatzscher Pflege bei Ostrau wurden schon zu Anbeginn des Ackerbaus in Sachsen um 5600 v. Chr. bewirtschaftet. Dies belegen zahlreiche Funde, die beim Kalkabbau zutage kamen. Einige, wie das Fragment einer weiblichen Tonfigur aus dem benachbarten Birmenitz, geben einen lebendigen Einblick in die religiöse Vorstellungswelt der damaligen Menschen, die von Fruchtbarkeitskulten geprägt war. Die letzte Station, bevor der Radwanderweg mit Döbeln seinen vorläufigen Endpunkt erreicht, bildet der beeindruckende Burgberg von Zschaitz. Hier befindet sich eine slawische Befestigungsanlage, die wie viele andere dieser frühen mittelalterlichen Burgen in der Lommatzscher Pflege eine Befestigung aus der Bronze- und Eisenzeit überlagert. Die steilen Talhänge des Zschaitzer Burgberges boten beste Voraussetzungen für eine Verteidigungsanlage, sodass nur an wenigen Stellen Wälle notwendig wurden. Deren Erkundung im Gelände lohnt sich. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2003.
Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich
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Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
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