Wanderung: Kelheim und das Altmühltal
Wo die Donau durchbricht...
Text: Wulf Hein, Archaeo-Technik, Friedberg
Fährt man von Ingolstadt auf der Donau flussabwärts, wechselt hinter dem Dörfchen Eining die Szenerie: Das breite Tal des beschaulich dahinströmenden Flusses verengt sich zusehends, die Ufer werden steiler, und hinter dem Kloster Weltenburg öffnet sich die Einfahrt in den »bayerischen Grand Canyon«. Vor Urzeiten hat sich hier die Donau ihren Weg durch den Fränkischen Jura gebrochen und eine einzigartige Landschaft von atemberaubender Schönheit geschaffen. Und am Ausgang des Donaudurchbruchs locken die Stadt Kelheim und weitere Sehenswürdigkeiten. Unweit der Schiffsanlegestelle, am Rande der reizvollen Altstadt, bietet das Archäologische Museum den Besuchern einen Überblick über die Geschichte der Region. Die Ausstellung im Erdgeschoss des spätgotischen »Herzogkasten« beeindruckt allein schon durch die großzügige Architektur des Raumes, der klugerweise nicht durch eingebaute Trennwände zerstückelt wurde. Aufwändige, sehr anspruchsvoll gestaltete Großvitrinen liegen wie Inseln in der weiten Halle und schlagen thematisch den Bogen von altsteinzeitlichen Höhlenfunden aus dem nahe gelegenen Altmühltal über die Spuren der neolithischen Ackerbauern zwischen Alpenvorland und Jura bis zum keltischen Oppidum Alkimoennis und der römischen Besetzung in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Für die sehr ansprechende Präsentation der Funde und Befunde erhielt das Museum im Jahr 1982 den Sonderpreis des Europarates. Was die Menschen im Neolithikum in dieser Gegend gesucht haben, davon zeugen die Bergbauanlagen von Arnhofen und Abensberg. In dem weitläufigen Areal wurden dicht an dicht Tausende von Schächten bis zu 8 m tief in den Sandboden gegraben, um hochwertigen Feuerstein, den »Stahl der Steinzeit« aus der Tiefe zu holen. Weil er anhand seiner unverkennbaren Bänderung leicht zu identifizieren ist, konnte nachgewiesen werden, dass Flint dieser Provenienz bis nach Böhmen exportiert wurde. Bayerische Plattenhornsteine hatten schon die Menschen im Paläolithikum über mehrere Hundert Kilometer an ihre Wohnplätze geschafft, aber erst in der Jungsteinzeit wurden die Vorkommen fast industriell ausgebeutet. Aufgrund der oft weniger als 80 cm breiten Schächte gehen die Bearbeiter davon aus, dass Kinder dort unten in den Weitungen arbeiten mussten. Seltsamerweise wurden bisher keine Überreste oder auch nur Hinterlassenschaften der bedauernswerten Grubenknechte gefunden - die Ausgrabungen werden mit Spannung fortgeführt. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2003.
Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich
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Stuttgart: Theiss Verlag 2012, 324 S., 19 Abb., 2...
AiD-Lexikon:
Abgeleitet von »gr. ethnos« (= Volk) und »genesis« (= Entstehung). Je nach Forschungsgegenstand von...



