Kommentar: Luftbildarchäologie in Bayern
Wissenschaft im Sinkflug
Text: Ira Mazzoni M.A., Freie Journalistin, Kröning.
Bayern hat seit 1980 ein für Europa vorbildliches Luftbildarchiv mit 850 000 Bildern aufgebaut, in dem rund 32 000 archäologische Stätten verzeichnet sind. Pro Jahr macht der Luftbildarchäologe an die 700 Entdeckungen. Noch nie war das Wissen über die Besiedelungen auf bayerischem Staatsgebiet größer als heute. Aus der Hallstattzeit war noch in den 70er-Jahren kein einziger Herrenhof bekannt - heute sind in Bayern 120 solcher keltischen Adelssitze lokalisiert. Doch nun steht die Luftbildarchäologie vor dem Aus. Ein vorausschauender Schutz der Bodendenkmale wird dadurch stark beeinträchtigt. Es steht zu befürchten, dass durch den enormen Landverbrauch für Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete und Gruben zahlreiche Zeugnisse weiterhin unerkannt und undokumentiert zerstört werden. Schon bekommt der bayerische Luftbildarchäologe Klaus Leidorf Angebote aus anderen Ländern. Bayern verliert einen Spitzenmann, dessen Ausbildung der Verein für Archäologie in Bayern finanziert hat und der mit 6000 Flugstunden über unschätzbare Routine verfügt. Muss der Vertrag des Überfliegers gekündigt werden, dann geht ein international renommierter Forschungszweig langfristig für Bayern verloren. (...)
Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 6 / 2003.
Stuttgart: Theiss Verlag 2011, 224 S., 46 S/W-Abb., 24,95 Euro
AiD-Lexikon:
(lat. antecessor: Vorgänger): Die Datierung, die ihn zum frühesten bekannten menschlichen Bewohner...



