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04.05.2012

Ötzi: Never ending Story

von AiD
Inzwischen weiß man eine Menge über den berühmten Mann aus dem Eis: Ötzi aß vor seinem Tod Steinbock, Brot und Salat, er litt unter einer Laktoseunverträglichkeit, hatte braune Augen und lange Haare.

Dank neuester Forschung gelingt es immer wieder, der Gletschermumie auch nach über 5000 Jahren Geheimnisse zu entlocken. Einen Überraschungsfund machten nun die Wissenschaftler der Europäischen Akademie Bozen (EURAC). An Gewebeproben der Pfeileinschusswunde am Rücken und einer Schnittwunde an der rechten Hand konnten rote Blutkörperchen nachgewiesen werden. »Es gab bislang keine Erkenntnisse darüber, wie lange Blut erhalten bleibt, geschweige denn wie menschliche Blutkörperchen aus der Kupferzeit aussehen«, äußerte Albert Zink, Leiter des Instituts für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen (EURAC). Es ist wohl der älteste Blutnachweis der modernen Wissenschaft, möglich gemacht durch ein nanotechnologisches Verfahren. Dabei vermaß ein spezielles Rasterkraftmikroskop die Oberfläche von Ötzis Gewebeproben und zeichnete ein dreidimensionales digitales Abbild. Die Wissenschaftler hoffen jetzt auf weitere Erkenntnisse für die Gerichtsmedizin. Bisher ist bekannt, dass der Gletschermann direkt an seiner Verletzung starb und nicht erst Tage später. »Da Fibrin bei frischen Wunden auftritt und sich anschließend wieder abbaut, untermauert dieser Fund die These, dass Ötzi direkt im Anschluss an seine Verletzung durch den Pfeil gestorben ist und nicht erst Tage danach, wie zwischenzeitlich einmal vermutet worden war.«, erklärt Albert Zink.

Buchrezension:
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Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern 2013,...


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