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Chalzedon

Von: Dr. Susanne Brather-Walter
Faserige, mikrokristalline Varietät des Quarzes und ein Halbedelstein.

In seiner natürlichen Form kommt er in den Farben milchig weiß bis bläulich grau vor. Bedingt durch »Verunreinigungen« kann er aber auch rot (z.B. in Indien), braun, blau (z.B. in der Türkei) oder grünlich (Chrysopras; z.B. in Brasilien) erscheinen, und er trägt dann weitere Namen. Sein z.T. milchig trüber Glanz verhalf ihm auch zum Namen »Milchstein«. Früher galt C. noch als Oberbegriff für verschiedene feinkristalline Quarze wie Achat, Feuerstein, Hornstein, Jaspis. Nach heutigem Verständnis wird der Begriff C. nun enger gefasst und auf eine spezifische Kristallstruktur begrenzt.

C. wurde ähnlich dem Jaspis in prähistorischer Zeit als Rohstoff für Klingen und Feuersteine verwendet. In der Antike verarbeitete man C. zu Schmuckstücken, Perlen, Gemmen und Siegelringen. Mehrlagige C., die aus verschiedenfarbigen Schichten bestehen, heißen Lagersteine oder Onyx und wurden für die Herstellung qualitätvoller Schmucksteine wie die Gemma Augustea (Kunsthistorisches Museum Wien) benutzt. Fleischfarbener C. bzw. Karneol galt antiken Quellen (etwa Plinius, Naturalis historia) zufolge wie der rote Jaspis als hilfreich bei Blutungen aller Art, fand aber auch bei Hautkrankheiten magisch-medizinische Anwendung.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.