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Grape

Von: Dr. Martin Baumeister

Als G. bezeichnet man eine etwa ab dem 12. Jh. verbreitete spezielle Form von Kochtopf, die aus verschiedenen Materialien hergestellt wurde. Der Gefäßkörper besitzt eine leicht gestauchte kugelige Grundform, einen ausgebogenen Rand und Ansätze für einen eingehängten Henkel.

Die Form der G. leitet sich von den frühhochmittelalterlichen Kugeltöpfen ab. Während diese zum Kochen mit ihrem gewölbten Boden in die Glut gestellt wurden, konnten G. durch drei angefügte Standbeinchen über die Glut positioniert werden. Ein kochtechnischer Vorteil bestand hier vielleicht darin, dass bei gering befülltem Gefäß das Kochgut nicht an den Seitenwänden anbrannte.

Waren G. zunächst noch aus Ton hergestellt worden, so kamen im hohen Mittelalter bald auch Exemplare aus Bronze auf. Diese wurden zunächst in verlorener Form, ab dem 13. Jh. auch in zweiteiligen Formen (Gussnaht) hergestellt. Mit dem Aufkommen von Eisenguss wurden die Metallgefäße in der frühen Neuzeit erschwinglicher, neue Varianten kamen auf und wurden im Zuge der europäischen Expansion dann in alle Winkel der Welt verbreitet. Späte Formen sind noch heute, z.B. in Südafrika, im Einsatz.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.