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Hanseschale

Von: Dr. Jonathan Scheschkewitz
Unter dem Begriff wird eine Gruppe von getriebenen Metallschalen zusammengefasst, für die ein schmaler, waagerecht ausbiegender Rand und eine Höhe zwischen 4,5 cm–6 cm kennzeichnend sind.

Die Bezeichnung ist auf das Hauptverbreitungsgebiet im südlichen Ostseeraum zurückzuführen. H. sind sicher seit dem 11. Jh. bis in das 13. Jh. belegt. Die Datierung der frühen Schalen dieser Form lässt jedoch erkennen, dass sie bereits vor der Hansezeit Verbreitung gefunden haben. Neben unverzierten Stücken sind mit Bildprogrammen gravierte Schalen bekannt, die vor allem Szenen der Mythologie, christliche Darstellungen oder Personifikationen wie auf sog. Tugend- und Lasterschalen wiedergeben. Die Funktion der Schalen zur Waschung der Hände in einer gehobenen Adels- und Bürgerschicht in profanen und sakralen Bereichen ist verschiedentlich ikonografisch belegt.

Buchrezension:
Metropolen der Antike

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 240 S., 48 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.