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Höhenburg

Von: Dr. Annegret Kotzurek
Eine Burg, die im Gegensatz zur Niederungsburg, auf einer Anhöhe, etwa einem Bergkegel erbaut ist.

Die Anlage kann in extremer Gipfellage, auf Spornen, Hängen und Bergkämmen sowie an Gebirgsrändern errichtet sein. Gipfelburgen über steil abfallenden Hängen galten als praktisch uneinnehmbar, Burgen auf Bergspornen sind zumindest an drei Seiten von steil abfallenden Hängen geschützt, so dass nur eine Seite verteidigt werden musste. Burgen in Hanglage sind hingegen von der Bergseite her angreifbar und mussten daher durch gewaltige Halsgräben zwischen Burganlage und Gelände oder Schildmauern gesichert werden. Mitunter kann eine Burg sogar als Höhlenburg in einen Felsen hinein gegraben sein.

Die Lage bietet der H. auf der einen Seite zusätzlichen Schutz und eine bessere Aussicht, auf der anderen Seite erschwert sie aber auch die Versorgung der Bewohner oder Verteidiger mit Wasser und Lebensmitteln. Weitere Nachteile des sicheren Standorts sind die Witterungsverhältnisse, die schlechte Erreichbarkeit und die relativ weite Entfernung vom Geschehen im Tal. H. als Herrensitze entwickeln sich im Frühen Mittelalter aus befestigten Siedlungen (Höhensiedlungen). Zunächst war der Bau von H. dem dynastischen Adel vorbehalten, seit dem 12. Jh. lassen sich auch vornehme Reichsministeriale, seit dem 13. Jh. auch der niedere Adel repräsentative Burgen in Höhenlage errichten.

Buchrezension:
Metropolen der Antike

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 240 S., 48 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.