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Kalzinierung

Von: Prof. Dr. Joachim Wahl

(lat. calcis: Kalk): Unter Kalzinierung versteht man eine Schmelzkristallisation, d.h. Ausbildung von Mischkristallen und anschließender Sinterung unter Hitzeeinwirkung, z.B. bei der Herstellung von Brennelementen, Branntkalk oder Tongefäßen.

Dabei kommt es zu Änderungen in der Molekularstruktur (Verfestigung) und gleichzeitig neuen chemischen und physikalischen Materialeigenschaften. Der Ausdruck K. wird häufig im Zusammenhang mit Leichenbränden für Knochenreste mit kalk- oder kreideartigem Erscheinungsbild verwendet. Calziumphosphat, neben Calciumcarbonat und anderen Salzen Hauptkomponente des anorganischen Knochenanteils, wird bei hohen Temperaturen (ab etwa 800°C) zu unlöslichem Calcium-Apatit umgewandelt. Dieses ist widerstandsfähiger und überdauert auch unter ungünstigen Erhaltungsbedingungen des Liegemilieus (z.B. saurem Boden) eher als unverbrannter Knochen.

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Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.