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Tachymeter

Von: Dipl.-Ing. Thomas Schenk
Ein Messinstrument zur dreidimensionalen Bestimmung eines angezielten Punktes, d.h. es erfolgt gleichzeitig eine Lage- und Höhenmessung. Geläufig ist auch die Bezeichnung Totalstation.

Durchgesetzt haben sich die elektro-optischen Geräte. Von einem eingebauten Sender wird eine elektromagnetische Welle zum Zielpunkt ausgesendet und dort an einem Prismenreflektor reflektiert. Aus der Phasenverschiebung zwischen ausgesendeter und empfangener Welle lässt sich die Entfernung zwischen beiden Punkten errechnen. Datenspeicherungen sind entweder intern, auf Speicherkarten oder auf elektronischen Feldbüchern möglich, wobei Punktidentifikationen, Koordinaten, Winkel und Schrägdistanzen sowie eine Reihe von Zusatzinformationen aufgezeichnet werden können. Tachymeter sind aufgrund ihrer hohen Messgeschwindigkeit aus dem Grabungsalltag kaum mehr wegzudenken. Verschiedene Lösungen wurden zwischenzeitlich für die tachymetrische Grabungsdokumentation entwickelt. So gibt es Applikationen für CAD-Programme, die Tachymeterdateien automatisch in Vektorgrafiken konvertieren oder andere, die Daten direkt vom angeschlossenen Tachymeter empfangen und sofort in Grafiken umsetzen. Aufwendige Zeichenarbeiten und anschließende Digitalisierungen entfallen oder lassen sich auf ein Minimum reduzieren. Tachymeter werden auch in Verbindung mit einem GPS-Empfänger angeboten. Diese sind zwar teuer, ermöglichen aber Aufbau und Einbindung eines Messsystems, wenn Festpunkte zur Orientierung nicht zur Verfügung stehen. Die Vermessung mit reflektorlos arbeitenden Tachymetern hat beispielsweise in der Bauaufnahme eine große Bedeutung erlangt.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.