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Ustine / Ustrine

Von: Dr. Joachim Wahl
(abgeleitet von lat. ustulare: verbrennen) Als U. wird ein speziell ausgewiesener Verbrennungsplatz bezeichnet, der sich inmitten oder am Rande eines Brandgräberfeldes befindet.

Auf größeren Nekropolen gibt es meist mehrere U. Sie dienen ausschließlich zur Einäscherung der Verstorbenen. Knochenreste in unmittelbarer Umgebung einer U. können der Unachtsamkeit der Bestatter zugeschrieben werden, die nach dem Abbrennen des Scheiterhaufens nicht mit ausreichender Sorgfalt vorgegangen sind. Auf diese Weise können auch Brandknochen einer vorher stattgefundenen Verbrennung in einen Leichenbrand geraten. In solchen Fällen spricht man von Leichenbrandverschleppung. Das Areal im Bereich der U. weist häufig Spuren von Verziegelung auf, da derselbe Platz immer wieder für den Aufbau neuer Scheiterhaufen verwendet wurde. U. sind entweder ebenerdig, mit Mäuerchen aus Bruchsteinen o.ä. umgebene Gevierte mit oder ohne zentraler Grube, oder als gemauerte Plattformen ausgeführt. Es oblag den »ustores«, Holz bereit und das Feuer in Gang zu halten.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.