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Wallschnitt

Von: Dipl. Ing. Thomas Schenck
Wallanlagen bestehen in der Regel aus aufgeschüttetem Erdmaterial, sie wurden mit Ein- oder Vorbauten aus Holz und Stein stabilisiert und trugen auf der Wallkrone eine Mauer oder Palisade.

Die Erde wurde meistens einem vorgelagerten Graben entnommen. Derartige Befestigungen können über einen längeren Zeitraum genutzt worden sein, wobei Umbauten, Erhöhungen oder Erweiterungen entstanden. Ziel eines Wallschnittes ist es, die einzelnen Phasen zu erkennen und Informationen zu deren Aufbau und Konstruktion zu gewinnen. Wichtig ist eine genaue Zuweisung datierenden Fundmaterials durch dreidimensionale Einmessung. Einzelne Bauphasen lassen sich nur so zeitlicheinordnen. Ein Wallschnitt muss stets rechtwinklig zum Wallverlauf angeleg werden, um Verzerrungen bei der Dokumentation der Wallprofile zu vermeiden. Der Grabenbereich sollte mit erfasst werden. Die Breite des Schnittes ist so zuwählen, dass nicht mehr originale Substanz zerstört wird als nötig, aber doch so, dass beim schichtweisen Abgraben hinreichend konstruktive Details erkennbar werden. Bei hohen Profilwänden und instabilem Boden sind aus Sicherheitsgründen Abstufungen vorzunehmen.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.