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Wandgräbchen

Von: Dr. Jörg Bofinger
Längliche Vertiefung bei Häusern in Holzbauweise, in die Bauelemente der Hauswand eingegraben waren.

Je nach Konstruktionsweise können W. unterschiedliche Ausprägungen besitzen. Bei sorgfältiger Ausgrabungstechnik und entsprechenden Erhaltungsbedingungen können in den W. noch Hinweise auf die ehemalige Wandkonstruktion gewonnen werden. Vor allem bei der Palisadenbauweise, bei Wänden aus Spaltbohlen und seltener auch bei Blockbauweise lassen die W. den ehemaligen Grundriss erkennen, im Gegensatz zu Pfostenbauweise. Bei mittelneolithischen Hausbauten konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass die senkrechten Bauhölzer beim Hausbau an den äußeren Rand des W. gesetzt und dieses anschließend an der Innenseite mit dem Aushubmaterial wieder verfüllt wurden.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


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Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.