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Zahnformel

Von: Prof. Dr. Joachim Wahl
Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.

Formelhafte Darstellung und Benennung des Gebissaufbaus unter Verwendung der Buchstaben I für Incisivus (Schneidezahn), C für Caninus (Eckzahn), P für Prämolar (Vorbackenzahn) und M für Molar (Backenzahn). Zähne des bleibenden Gebisses (auch Dauergebiss) werden mit Großbuchstaben versehen, solche des Milchgebisses mit Kleinbuchstaben. Zur Darstellung kommt jeweils eine Hälfte des Ober- und Unterkiefers ober- und unterhalb eines Trennstrichs, beginnend von der Mittellinie zur Seite bzw. nach hinten hin. Die zweite Kieferhälfte kann entsprechend spiegelsymmetrisch ergänzt werden. Auf den einzelnen Positionen wird die Anzahl der Zähne des jeweiligen Zahntyps in der o.g. Reihenfolge wiedergegeben, sind Ober- und Unterkiefer identisch besetzt, kann die Aufzählung unterhalb des Trennstrichs entfallen.

Die Zahnformel für das Dauergebiss des Menschen lautet 2I 1C 2P 3M (verkürzt 2 1 2 3), d.h. er besitzt pro Kieferhälfte acht, in der Summe 32 Zähne. Das komplette Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen (2i 1c 2m). Die Milchmolaren besetzen die Position der späteren Prämolaren. Die sog. Ursäugerformel, die heute z.B. noch bei Schweinen zu finden ist, lautet 3 1 4 3. Bei den Caniden werden der obere vierte Prämolar und der untere erste Molar als Reißzähne und die Canini als Fangzähne bezeichnet. Bei den Boviden fehlen z.B. die Schneide- und Eckzähne im Oberkiefer. Ihre Zahnformel lautet
0 0 3 3
3 1 3 3

ach internationaler Nomenklatur ist jede Zahnposition mit einer Doppelzahl definiert. Dabei steht die erste Zahl für den Quadranten (im bleibenden Gebiss 1 rechts oben, 2 links oben, 3 links unten, 4 rechts unten bzw. für das Milchgebiss fortlaufend 5 rechts oben bis 8 rechts unten) und die zweite für den jeweiligen Zahn von mesial nach distal durchgezählt (z.B. 1 für den ersten Schneidezahn, 3 für den Eckzahn, 5 für den zweiten Prämolaren bzw. zweiten Milchbackenzahn, 8 für den dritten Molaren). Die Bezeichnung 26 steht also für den ersten Molaren links oben, 42 für den zweiten Schneidezahn rechts unten, 74 für den ersten Milchbackenzahn links unten usw.

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Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2018, 392 S., ca. 500 Abb., 39,95 Euro


AiD-Lexikon:
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