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04.04.2019

2,5 Millionen Euro für DAI-Forschungsprojekt – Innovationen der Vorzeit

von AiD
Der Europäische Forschungsrat fördert ein Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts: »Technische und soziale Innovationen im Kaukasus: zwischen Eurasischer Steppe und den frühesten Städten im 4. und 3. Jahrtausend v. Chr.« lautete der Titel des Vorhabens.

Ein internationales Team untersucht exemplarisch die Entwicklung von vier Innovationen: Rad und Wagen, die Züchtung des Wollschafs, die Entwicklung von Kupferlegierungen und das älteste Silber. Mit Grabungen sowohl im russischen Nordkaukasus als auch im georgischen Südkaukasus soll zudem die Grundlage für eine Chronologie der Frühbronzezeit geschaffen werden, die auf Radiokarbondaten basiert.

Projektleiter Svend Hansen vom DAI: »Mit der Untersuchung von vier Schlüsselinnovationen im Kaukasus wird auch das vorherrschende Narrativ, alle technischen Errungenschaften stammten aus den städtischen Zentren Mesopotamiens, überprüft. Neue Forschungen, unter anderem zum ältesten Wagen, haben nämlich Raum für eine alternative Hypothese geschaffen.« Der Erfolg der Hochkulturen beruhte möglicherweise nicht auf der Entwicklung neuer Techniken. Vielmehr übernahmen sie Innovationen aus anderen Kulturen in ihrem Randbereich und kombinierten sie neu – das wurde dann zur Basis für ihren Erfolg.

Für die Verwendung von Rad und Wagen, Wolle, Silber sowie für die Legierung von Kupfer mit Arsen gibt es sehr frühe Nachweise im Kaukasus. Die vier Innovationsbereiche werden mit aktuellen naturwissenschaftlichen Methoden von international führenden Spezialisten der Paläogenetik, Anthropologie, Isotopenchemie und Archäometallurgie untersucht.

Die Ergebnisse der Forschungen sollen der Öffentlichkeit auf einem – englischsprachigen – Webauftritt präsentiert werden. Schon jetzt kann jeder Interessierte im »Digitalen Atlas der Innovationen« die frühe Verbreitung von Rad und Wagen (Wheeled Vehicles) und Stabdolchen (Halberds) nachschlagen.

Buchrezension:
Mykene

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2018, 392 S., ca. 500 Abb., 39,95 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.

Buch-Tipp:
Mykene

Die sagenhafte Welt des Agamemnon