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02.10.2018

Älteste Glockengussgrube Europas

von AiD

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Über sechs Wochen arbeitete Tag und Nacht ein hochpräziser 3-D-Drucker: Ergebnis ist das detailgetreue Modell einer in Dülmen im Kreis Coesfeld entdeckten Glockengussgrube, in der im frühen Mittelalter Kirchenglocken hergestellt wurden.

Vor zwei Jahren entdeckten Archäologen einer Grabungsfirma unter der Aufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die älteste Glockengussgrube Europas. Die Experten datieren sie in die Zeit vor 775 n.Chr. Der Befund belegt frühe christliche Missionierung in Westfalen noch vor oder zu Beginn der Sachsenkriege Karls des Großen.

Ein hoch auflösender Laser scannte in der Gussgrube viele Millionen Messpunkte. Mit dem 3-D-Drucker wurde anschließend das Modell des Befundes im Maßstab 1:5 erzeugt: 89 cm lang, 49 cm breit und 30 cm hoch. Für einen realistischen Eindruck wurde es koloriert. Rot hebt sich der gebrannte Lehm, schwarz die Holzkohle vom sandfarbenen Boden ab.

Das Modell ist zusammen mit Originalfunden noch bis zum 6. Januar 2019 in der Sonderausstellung »Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland« im Martin-Gropius-Bau in Berlin zusehen.

Einen interessanten Beitrag zum karolingischen Glockenguss finden Sie in AiD 6/2016, S 60f.

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