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04.04.2019

Albert-Steeger-Preis des Landschaftsverbands Rheinland

von Michaela Aufleger

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Am 12. Februar 2019 wurde auf Burg Linn in Krefeld der Albert-Steeger-Preis des Landschaftsverbands Rheinland an Tanja Zerl und Torsten Rünger für ihre Dissertationen verliehen. Der Preis, gestiftet zu Ehren des bedeutenden Wissenschaftlers, Heimatpflegers und Museumsdirektors Prof. Dr. h.c. Albert Steeger, würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten über Themen der rheinischen Landeskunde im Bereich der Geisteswissenschaften wie auch der Naturwissenschaften.

Tanja Zerl hat sich einer ganz besonderen Quellengattung verschrieben, nämlich den Pflanzenresten. Die breit angelegten archäologisch-botanischen und statistischen Auswertungen ihrer Dissertation »Archäobotanische Untersuchungen zur Landwirtschaft und Ernährung während der Bronze- und Eisenzeit in der Niederrheinischen Bucht« zeichnen ein detailreiches Bild der Agrargeschichte des 1. Jt. v.Chr. Die hiesigen Bauern praktizierten eine diversifizierte Landwirtschaft und bauten etwa ein Dutzend Kulturpflanzen an. In der Eisenzeit wurden nicht nur die guten, sondern erstmals auch weniger ertragreiche Böden erfolgreich genutzt – eine prähistorische Form des modernen »predictive farming«. Die Dissertation wird noch in diesem Jahr als Band 77 der Rheinischen Ausgrabungen erscheinen.

Der Mittelalterarchäologe Torsten Rünger legte mit seiner Dissertation »Gesellschaft und Gewerbe im ländlichen Raum des 12. Jahrhunderts. Die Siedlung am Rand von Pier, Gemeinde Inden, Rheinland« ebenfalls eine interdisziplinär angelegte Studie vor. Kernstücke sind die Rekonstruktion der hoch- und spätmittelalterlichen Besiedlung sowie die Untersuchung sozial- und wirtschaftsarchäologischer Aspekte mithilfe einer Aktivitätszonenanalyse. In methodischer Hinsicht betritt der Autor Neuland. Die Arbeit bietet umfangreiche Einblicke in eine mittelalterliche Siedlung, in der Bauern, Handwerker und Kleingewerbetreibende lebten, die in erster Linie auf die agrarwirtschaftliche Eigenversorgung und die Erfüllung herrschaftlicher Abgabepflichten ausgerichtet waren. Die Dissertation wurde durch ein Stipendium der Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier gefördert und erscheint als Band 21 der Bonner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie.

Buchrezension:
Archäologischer Kalender 2020

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 24 S., 20 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.