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09.01.2020

Apokalypse oder belanglose Pandemie?

von AiD
Über das Ende des Römischen Reichs ranken sich viele Theorien. Eine davon findet den indirekten Auslöser in der Justinianischen Pest, die im 6. Jahrhundert in Europa und im Nahen Osten wütete, und zig Millionen Opfer gefordert haben soll.

Mittlerweile stellen neue Forschungen dieses Szenario jedoch infrage, denn tatsächlich lässt es sich bislang nicht beweisen. Anders als viele Archäologen, Genetiker und Historiker kommt das Team um Lee Mordechai von der Hebrew University of Jerusalem zu dem Schluss, dass die Justinianische Pest nicht die Ausmaße angenommen haben kann, die ihr nachgesagt werden. In ihrer jüngst veröffentlichten Studie berufen sich die Forscher darauf, dass sich im archäologischen wie auch archäobotanischen Befund entlang der römischen Handelswege sowie den Städten Konstantinopel und Istanbul keine Anzeichen auf einen massiven Bevölkerungsschwund finden lassen. Auch eine überdurchschnittliche Zahl von Massengräbern aus dieser Zeit ist nicht bekannt. Während durchaus Nachweise des Pesterregers gemacht wurden, bleibt also fraglich, ob diese tatsächlich derart apokalyptische Ausmaße annahm.

Buchrezension:
Metropolen der Antike

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 240 S., 48 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.